Italiens Außenminister Luigi Di Maio hat seinen Rücktritt als Chef der mitregierenden Fünf-Sterne-Bewegung erklärt. Dies gab er bei einer Veranstaltung in Rom bekannt. Wenige Stunden zuvor hatte er bereits die anderen Minister bei einem Treffen informiert. Seinen Platz im Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte will er demnach behalten.

Di Maio stand seit 2017 an der Spitze der populistischen Bewegung, die bei der letzten Parlamentswahl 33 Prozent der Stimmen bekam. Allerdings war der 33-Jährige seit Langem umstritten. Kritiker warfen ihm vor, nicht genug gegen den Niedergang der Fünf-Sterne-Bewegung getan zu haben.

Im vergangenen Sommer hatte der Chef der rechten Lega, Matteo Salvini, die Koalition mit der Fünf-Sterne-Bewegung platzen lassen. Seitdem regiert die Sterne-Bewegung mit der sozialdemokratischen PD – und ging nach Meinung vieler Abgeordneter zu viele Kompromisse mit ihnen ein. In anderen Fragen sind die Regierungsparteien dagegen zerstritten. Zuletzt hatten mehr als 30 Parlamentarier die Fraktion im Streit verlassen, zwei davon erst am Dienstag.

Gute Umfragewerte für die Lega bei Regionalwahl

Die Fünf-Sterne-Bewegung hat laut Umfragen an Unterstützung in der Bevölkerung eingebüßt. Ihre Zustimmungsquote ist inzwischen auf etwa 15 Prozent gesunken. Di Maios Rücktritt kommt wenige Tage vor zwei Regionalwahlen, der in Kalabrien und der in der traditionell linken Region Emilia-Romagna. Am Wochenende wird den Prognosen nach vermutlich die rechte Partei Lega von Matteo Salvini dort gut abschneiden. Jüngsten Umfragen zufolge liegen die Kandidaten der Lega und der Sozialdemokraten gleichauf.

Die Fünf-Sterne-Bewegung und die PD hatten sich vor der Regionalwahl nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten festgelegt, was die Kräfte gegen Salvinis Lega gebündelt hätte. Die Regionalwahl könnte das ohnehin schwache Bündnis beider Regierungsparteien also weiter schwächen. Sowohl die Fünf-Sterne-Bewegung als auch die PD fürchten jedoch vorgezogene Parlamentswahlen, aus denen Salvini als Sieger hervorgehen könnte. 

Ministerpräsident Conte zollte seinem Außenminister Respekt. Der Rücktritt tue ihm "auf persönlicher Ebene" leid. Di Maio werde "sehr verantwortungsvoll vorgehen".