Die Regierung des US-Präsidenten Donald Trump will die Einreise für schwangere Frauen in die USA erschweren. Schwangere bekommen laut einer Neuregelung des US-Außenministeriums ab sofort keine Besuchervisa mehr ausgestellt, wenn sie planen, dass Kind in den USA zu gebären. Die Neuregelung solle verhindern, dass die US-Staatsbürgerschaft des Kindes zur eigenen Einwanderung missbraucht werde, teilte das Weiße Haus mit.

"Die Integrität der amerikanischen Staatsbürgerschaft muss geschützt werden", hieß es zur Begründung. Kurzzeitbesucherinnen ohne Verbindungen zu den USA seien ein Sicherheitsrisiko, wenn sie ins Land kämen, um dort ihre Kinder auf die Welt zu bringen.

Anders als in Deutschland erhalten Kinder, die in den USA geboren werden, bisher automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Eltern ist es möglich, nach einer gewissen Zeit ins Land nachzukommen. Das Ministerium sprach von einer "Geburtstourismusindustrie", Firmen würden im Ausland für die Vorteile der US-Staatsbürgerschaft durch Geburt des Kindes in den USA werben. Dem Außenministerium seien Fälle bekannt, bei denen Firmen für solche Dienste 100.000 Dollar (90.500 Euro) berechnet hätten.

Diskriminierung befürchtet

Die neuen Regelungen zielen laut New York Times vor allem auf wohlhabende Einwanderinnen und Einwanderer – insbesondere aus China und Russland. Allerdings habe die US-Regierung im Zuge eines härteren Vorgehens gegen Immigration auch schwangere Frauen aus Mexiko an der Grenze zu den USA abgewiesen. 

Auf welcher Basis Beamte des US-Konsulats entscheiden sollen, ob Frauen hauptsächlich für die Geburt ihres Kindes in die USA reisen wollen, sei laut New York Times unklar. Beamten des US-Konsulats sei es nicht erlaubt, während des Interviews für ein Visum zu fragen, ob eine Frau schwanger sei oder plane, schwanger zu werden.