Israelischen Armeeangaben zufolge ist aus dem Gazastreifen eine Rakete auf Israel abgefeuert worden. Schäden wurden nicht bekannt. Das ist der erste Angriff, seit US-Präsident Donald Trump am Vortag seinen Friedensplan für die Region vorgestellt hatte.

Israelische Kampfflugzeuge griffen als Reaktion auf den Raketenangriff wenig später Stellungen der Hamas im Gazastreifen an. Dabei wurde nach israelischen Armeeangaben unter anderem eine Waffenfabrik der Islamisten getroffen. 

Der palästinensische Gesandte bei den Vereinten Nationen, Rijad Mansur, kündigte an, Palästinenserpräsident Mahmud Abbas werde innerhalb der kommenden zwei Wochen vor den UN-Sicherheitsrat treten und seine Ablehnung gegenüber Trumps Nahost-Plan erläutern. Bei dieser Gelegenheit solle dem Sicherheitsrat ein Resolutionsentwurf vorgelegt werden. Abbas hatte nach der Vorstellung des Plans verkündet, dieser sei für die "Mülltonnen der Geschichte" bestimmt. 

US-Außenminister fordert Gegenangebot

US-Außenminister Mike Pompeo forderte die Palästinenser auf, ein "Gegenangebot" vorzulegen. "Ich weiß, dass die Israelis bereit wären, sich hinzusetzen und auf der Grundlage der vom Präsidenten dargelegten Vision zu verhandeln", sagte Pompeo.

Nahost-Friedensplan der US-Regierung

US-Präsident Trump hatte am Dienstag im Beisein des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu seinen Nahost-Plan vorgestellt. Laut Trump soll der Plan eine "realistische Zwei-Staaten-Lösung" ermöglichen. Demnach soll Jerusalem "ungeteilte Hauptstadt" Israels sein, gleichzeitig könnten die Palästinenser eine Hauptstadt in Ost-Jerusalem haben. Die jüdischen Siedlungen im palästinensischen Westjordanland sollen Israel zugeschlagen werden, ebenso das Jordantal.  

Im gesamten arabischen Raum stießen die Pläne Trumps auf breite Skepsis. Die Arabische Liga prangerte am Mittwoch eine "bedeutende Verletzung der legitimen Rechte der Palästinenser an". Katar begrüßte zwar den Vorstoß der USA, mahnte aber Änderungen an. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan bezeichnete den Plan als "absolut inakzeptabel". Aus Saudi-Arabien kam dagegen Zustimmung.

Nach dem Willen von Israels Oppositionsführer Benny Gantz soll das Parlament dem Plan nächste Woche zustimmen. Er wolle den Plan in die Knesset bringen, sagte der Chef des Mitte-Bündnisses Blau-Weiß und Herausforderer von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Der Plan sei eine "historische Chance, um Israels Grenzen und seine Zukunft zu beeinflussen".