Die Sozialdemokraten in Österreich haben die Landtagswahl im traditionell SPÖ-regierten Burgenland klar für sich entschieden. Die Partei unter dem populären Landeschef Hans Peter Doskozil legte laut vorläufigem Endergebnis um rund acht Prozentpunkte auf 50 Prozent zu. Das entspricht der absoluten Mehrheit der Mandate im neuen Landtag. Der bisherige Koalitionspartner, die rechte FPÖ, verlor gut fünf Prozentpunkte und kam nur noch auf 9,8 Prozent. Die SPÖ hatte bei den diversen Wahlen auf Landes- und Bundesebene im vergangenen Jahr teils historische Tiefstände hinnehmen müssen.

Die zuletzt erfolgreiche konservative ÖVP von Bundeskanzler Sebastian Kurz erreichte laut vorläufigem Ergebnis ein kleines Plus und liegt nun bei 30,6 Prozent. Die Grünen konnten ihren Höhenflug nicht fortsetzen und liegen mit 6,7 Prozent nur um 0,2 Punkte über dem Ergebnis von 2015. Die liberalen Neos scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde.

Die Wahl in dem östlichsten und zugleich bevölkerungsärmsten Bundesland Österreichs ist in zweifacher Hinsicht von bundespolitischer Bedeutung: Sie war der erste Stimmungstest nach Bildung der ÖVP-Grünen-Koalition auf Bundesebene; zudem dürfte der 49-jährige Doskozil parteiintern enorm gestärkt aus der Wahl hervorgehen. Er gilt als möglicher Nachfolger der nicht unumstrittenen Parteichefin Pamela Rendi-Wagner.

Doskozil hat im Burgenland, das eine mehrere Hundert Kilometer lange Grenze zu Ungarn hat, stets eine eher strenge Zuwanderungspolitik vertreten. Die Bildung einer Koalition mit der rechten FPÖ unter seinem Vorgänger Hans Niessl war SPÖ-intern kritisch verfolgt worden. Profiliert hat sich Doskozil auch mit einer starken sozialpolitischen Ausrichtung. So erhalten Landesbedienstete einen Mindestlohn von 1.700 Euro netto.