Im letzten großen Rebellengebiet Idlib in Syrien ist nach russischen Angaben ein Waffenstillstand in Kraft getreten. Dieser gelte seit Donnerstagnachmittag, teilte das russische Militär der Staatsagentur Tass zufolge mit. Die Feuerpause sei nach einer entsprechenden Vereinbarung mit der Türkei verhängt worden.

Kremlchef Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatten sich am Mittwoch in Istanbul getroffen. Dabei sagten die Präsidenten erneut, wie wichtig es sei, dass es rund um Idlib keine Kämpfe mehr gebe. Die beiden Länder hatten bereits mehrere Versuche für eine Waffenruhe gestartet.

Idlib im Nordwesten Syriens ist die letzte große Rebellenhochburg in dem Land, in dem seit fast neun Jahren Bürgerkrieg herrscht. Die Truppen und Verbündete des Präsidenten Baschar al-Assad hatten im vergangenen Jahr eine Offensive begonnen. Syrien und sein Verbündeter Russland verstärkten im Dezember erneut ihre Luftangriffe. Die Vereinten Nationen (UN) sprechen von einer dramatischen humanitären Lage.

UN-Hilfsmission droht Aus

Zudem endet an diesem Freitagabend ein Mandat für eine UN-Hilfsmission in dem Land, von der drei Millionen notleidende Menschen profitieren. Der Weltsicherheitsrat konnte sich bislang nicht auf die Verlängerung einer entsprechenden Resolution einigen. Das Mandat garantiert den UN bislang, wichtige Hilfsgüter über vier Grenzübergänge ins Land zu bringen. Ein Sprecher von Generalsekretär António Guterres sagte in New York, ein Aus für die Resolution würde es den Vereinten Nationen und den humanitären Partnern sehr viel schwerer machen, Millionen notleidender Syrer zu erreichen. 

Nach Angaben von Diplomaten verweigert Russland eine Verlängerung des Mandats unter gleichen Rahmenbedingungen. Nach wochenlangen Verhandlungen blockierten Russland und China im Dezember einen Kompromissvorschlag von Deutschland, Belgien und Kuwait mit ihrem Veto. Auch ein russisch-chinesischer Gegentext fand nicht die nötige Mehrheit, für die neun der 15 Mitglieder zustimmen müssen und es kein Veto geben darf.

Aus Diplomatenkreisen verlautete am Donnerstagabend (Ortszeit) in New York, dass noch immer kein Kompromiss gefunden sei. Die Gespräche zwischen den Sicherheitsratsmitgliedern dauerten aber an.