Russische Militäragenten sollen einen Hackerangriff auf die ukrainische Erdgasfirma Burisma verübt haben. Die Firma steht im Zentrum der Ukraine-Affäre um US-Präsident Donald Trump. Das teilte die auf Cybersicherheit spezialisierte US-Firma Area 1 Security in einem im Internet veröffentlichten Report mit.

Ziel der Aktion Anfang November sei demnach gewesen, Anmeldedaten von Angestellten des ukrainischen Unternehmens Burisma abzugreifen. Auf was genau die Hacker aus waren und ob sie die gesuchten Inhalte auch bekamen, ging aus dem Area-1-Security-Bericht nicht hervor. "Unser Bericht sagt nichts über die Absicht der Hacker aus, wonach sie gesucht haben könnten, was sie mit ihrem Erfolg beabsichtigten. Wir weisen bloß darauf hin, dass dies eine andauernde Kampagne ist", teilte Oren Falkowitz mit, Geschäftsführer der Cybersicherheitsfirma und ehemaliger Hacker des US-Nachrichtendienstes NSA.

Zu den Kunden von Area 1 Security gehören auch Kandidaten für in diesem Jahr zur Wahl stehende Posten auf US-Bundesebene. Namen von Kandidaten oder Klientel nannte Falkowitz nicht. In einem früheren Interview hatte er gesagt, Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2020 sowie für das US-Repräsentantenhaus und den Senat seien in den vergangenen Monaten von Phishingmails betroffen gewesen.

Suche nach Material zur Verwendung gegen Joe Biden und seinen Sohn

Der Zeitpunkt des Angriffs legt nahe, dass die russischen Agenten nach Material gesucht haben könnten, das dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Joe Biden und dessen Sohn Hunter Biden schaden könnte. Während Biden als Vizepräsident für die Ukraine-Politik der USA zuständig war, saß sein Sohn im Aufsichtsrat von Burisma.

Im Dezember hat das US-Repräsentantenhaus ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump eingeleitet. Einer der Anklagepunkte ist Machtmissbrauch, der US-Präsident soll die ukrainische Regierung zu Ermittlungen gegen Biden und dessen Sohn angehalten haben. Die US-Demokraten beschuldigen Trump, von der Einleitung solcher Ermittlungen ein Treffen im Weißen Haus und die Freigabe von Militärhilfe abhängig gemacht zu haben.

Außerdem werfen sie ihm vor, die Ermittlungen für ein mögliches Impeachment-Verfahren im Repräsentantenhaus behindert zu haben. Trump hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen und spricht von einer "Hexenjagd".

Mueller-Report - "Niemand steht über dem Gesetz" Sonderermittler Robert Mueller sagt vor dem US-Kongress aus. Entlastend für Donald Trump war sein Ermittlungsbericht zur Russland-Affäre keineswegs. Was darin steht, sehen Sie hier im Video.