In der TV-Debatte der US-Demokraten haben führende Präsidentschaftsbewerberinnen und -bewerber das Vorgehen von US-Präsident Donald Trump im Konflikt mit dem Iran kritisiert. Der ehemalige Vizepräsident Joe Biden warf Trump vor, bei der Begründung für die Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani "glatt gelogen" zu haben. Er bezog sich damit auf die Aussagen des US-Präsidenten, Soleimani habe mutmaßlich Anschläge auf vier US-Botschaften im Nahen Osten geplant. Schon der einseitige Rückzug aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran 2018 sei ein großer Fehler gewesen. Die USA seien jetzt international "isoliert". Die Europäer würden demnach die Regierungen der USA und des Iran gleichermaßen zur Zurückhaltung aufrufen.

Trump drohe die USA in einen neuen Krieg zu führen, der "schlimmer" ausfallen könnte als der Irak-Krieg, sagte Senator Bernie Sanders während der Debatte. Zugleich kritisierte er Biden dafür, als Senator 2003 dem US-Einmarsch im Irak zugestimmt zu haben. Biden räumte ein, dies sei ein Fehler gewesen.

"Das habe ich nicht gesagt"

Vor dem TV-Duell brachen neue Spannungen zwischen Sanders und der Senatorin von Massachusetts, Elizabeth Warren, auf. Waren warf Sanders vor, er habe ihr 2018 bei einem Treffen hinter verschlossenen Türen gesagt, eine Frau könne Trump bei der Präsidentschaftswahl nicht besiegen. Darüber hatte zunächst der Nachrichtensender CNN berichtet. Der Senator dementierte das in der Fernsehdebatte. Er sei vielmehr überzeugt, dass eine Frau Trump aus dem Weißen Haus drängen könne.

Warren bestätigte die CNN-Berichte – sagte aber, sie wolle kein Öl ins Feuer gießen. "Bernie ist mein Freund, und ich bin nicht hier, um mit Bernie zu kämpfen." Allerdings wies sie auch darauf hin, dass die männlichen Teilnehmer der Debatte in ihrer Gesamtheit zehn Wahlen verloren hätten, während sie und Senatorin Amy Klobuchar "die einzigen Leute auf dieser Bühne sind, die jede einzelne Wahl gewonnen haben, bei der sie angetreten sind".

Thema der Debatte in Des Moines im Bundesstaat Iowa war unter anderem auch die Gesundheitspolitik. Sanders und Warren, die politisch eher links stehen, verteidigten ihre Pläne für eine staatliche Krankenversicherung für die gesamte Bevölkerung. Biden, Klobuchar und der ehemalige Bürgermeister von South Bend, Pete Buttigieg, halten die Pläne für zu teuer und nicht realisierbar. Sie setzen in der Gesundheitspolitik auf eine weniger weitgehende Ausweitung der öffentlichen Versicherung.

Einigkeit über den Handelskonflikt mit China

Einige waren sich alle Teilnehmenden beim Thema Handel. Sie stimmten darüber ein, dass der Handelskonflikt mit China amerikanische Arbeitsplätze gefährde. Insbesondere in Iowa, einem der stärksten Exportwirtschaftsräume der USA.

Insgesamt gibt es noch zwölf Bewerberinnen und Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur bei den US-Demokraten. Sechs von ihnen nahmen an der jüngsten TV-Debatte teil. Am 3. Februar finden, ebenfalls in Iowa, die ersten Vorwahlen statt. Dort führt Biden laut der Website Realclearpolitics.com das Demokratenfeld an. Sanders und Buttigieg liegen nahezu gleichauf mit ihm. Auch landesweit führt Biden die Umfragen an. Ihm folgen Sanders, Warren und Buttigieg.