US-Präsident Donald Trump will Umweltprüfungen bei Infrastrukturprojekten beschleunigen und Bauvorhaben dadurch schneller umsetzen lassen. Künftig sollen Prüfungen im Rahmen des seit 50 Jahren geltenden Nationalen Umweltpolitik-Gesetzes (Nepa) nicht länger als zwei Jahre dauern können. Außerdem kündigte er an, Umweltverträglichkeitsprüfungen teilweise abschaffen zu wollen. Eine "kaputte und veraltete Bürokratie" dürfe keine Bauvorhaben bremsen.

Ziel sei es, dem "Albtraum der Regulierung" ein Ende zu bereiten, sagte Trump bei der Vorstellung der Pläne. "Wir wollen neue Straßen, Brücken, Tunnel und Autobahnen größer, besser und schneller bauen, und wir wollen sie zu geringen Kosten bauen."

Er werde aufhören, wenn die ganze Welt wieder mit Neid auf die "funkelnde neue Infrastruktur" in den USA blicke. "Es hat vier Jahre gedauert, die Golden Gate Bridge zu bauen", sagte der US-Präsident mit Blick auf die 1937 eröffnete Brücke in San Francisco. "Heute kann es mehr als zehn Jahre dauern, um nur eine Genehmigung dafür zu bekommen, eine einfache Straße zu bauen."

Umweltverordnungen sieht Trump als ein Hindernis für die Wirtschaft

Ausschließlich oder größtenteils privat finanzierte Infrastrukturprojekte sollen keine Umweltverträglichkeitsprüfung mehr benötigen. Das würde zum Beispiel für viele Erdöl- oder Gaspipelines gelten. In den Fällen, in denen eine Prüfung notwendig bleibt, sollen Behörden zudem ihre Untersuchung binnen zwei Jahren abschließen müssen. Bislang dauern sie im Schnitt viereinhalb Jahre, bei Autobahnen laut der Regierung im Schnitt sieben Jahre.

Zudem sollen die "kumulativen" Auswirkungen von Infrastrukturprojekten nicht mehr geprüft werden. Das umfasst unter anderem die Auswirkungen auf den Klimawandel. Umweltschützer kritisieren die Regierungspläne. Die Umweltorganisation Friend of the Earth sprach von einem verspäteten Weihnachtsgeschenk des Präsidenten für große Ölkonzerne. Trump sagte, ihm liege die Umwelt am Herzen, er wolle aber auch Jobs.

Die vorgeschlagene Neuregelung soll zunächst im Amtsblatt veröffentlicht werden. Danach beginnt eine 60-tägige Frist, in der die Öffentlichkeit dazu Stellung nehmen kann. Trump hat in der Vergangenheit bereits zahlreiche Umweltschutzregelungen seines Amtsvorgängers Barack Obama zurückgenommen, etwa zur Luftverschmutzung, zur Erdöl- und Gasförderung, zum Schutz der Gewässer und zum Tierschutz. Er sieht sie als Hindernis für die Wirtschaft.