Einer der wichtigsten Zeugen im Amtsenhebungssverfahren gegen US-Präsident Donald Trump, Oberstleutnant Alexander Vindman, soll seinen Posten im Weißen Haus verlieren. Wie US-Medien unter Berufung auf Quellen berichteten, könnte Vindman seinen Posten als Berater des Nationalen Sicherheitsrates in den nächsten Wochen räumen. 

Der 44-jährige Offizier hatte im November entgegen der Order aus dem Weißen Haus als Zeuge bei den Impeachment-Anhörungen seine Kritik an den Aussagen Trumps bei einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bekräftigt. "Es war unangebracht, es war unangemessen vom Präsidenten, eine Untersuchung eines politischen Gegners zu erbitten, einzufordern", sagte er damals.

Vindman, der führende Ukraine-Experte im Nationalen Sicherheitsrat, hatte das Gespräch nach eigenen Angaben live mitgehört. Während seiner Aussage versuchte der Twitter-Account des Weißen Hauses den Zeugen zu diskreditieren. In einem Tweet wurde Oberstleutnant Alexander Vindmans Glaubwürdigkeit angezweifelt. Auch im Kongress wurde Vindman von Republikanern attackiert.  

Bereits vor Ende des Impeachment-Verfahrens gegen Trump gab es Spekulationen, dass Vindmann wegen seiner Aussage aus dem Weißen Haus entfernt werden würde. Nach seiner Aussage wurde sein Aufgabenbereich deutlich eingeschränkt, ebenso wie der seines Bruders, ebenfalls Mitarbeiter im Weißen Haus.

Der US-Senat, in dem Trumps Republikaner die Mehrheit haben, hatte den Präsidenten am Mittwoch von allen Anklagepunkten im Impeachment-Verfahren freigesprochen. Nach monatelangen Ermittlungen und einem fast dreiwöchigen Prozess im Senat ist das Amtsenthebungsverfahren damit vorbei. Hintergrund war die Ukraine-Affäre gewesen: Trump soll Selenskyj zu Ermittlungen gegen seinen demokratischen Rivalen Joe Biden gedrängt haben, um die US-Präsidentenwahl 2020 zu seinen Gunsten zu beeinflussen.