Russland hat Israel vorgeworfen, mit einem Raketenangriff auf Vororte der syrischen Stadt Damaskus ein Flugzeug mit 172 Passagieren gefährdet zu haben. Der Airbus 320 sei im Landeanflug auf Damaskus beinahe in die Zone des "tödlichen Feuers" geraten, teilte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, mit. Die Maschine sei noch rechtzeitig auf die russische Luftwaffenbasis des syrischen Dorfs Hmeimim umgeleitet worden. Israel äußert sich nicht zu den Vorwürfen. 

Nach Darstellung des russischen Verteidigungsministeriums flogen vier israelische Kampfflugzeuge des Typs F-16 einen Luftangriff auf die Vororte von Damaskus. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dass bei dem Angriff 23 Menschen getötet wurden. 

Der Airbus soll sich laut russischer Angaben auf dem Weg von Teheran nach Damaskus befunden haben. Eine Fluggesellschaft nannte das Verteidigungsministerium in Moskau nicht. Aus Daten der Flugbeobachtungswebsite Flight Radar geht hervor, dass ein Flug der privaten syrischen Fluggesellschaft Cham Wings Airlines aus der irakischen Stadt Nadschaf von Damaskus nach Hmeimim umgeleitet wurde.

Konaschenkow warf dem israelischen Militär vor, die Passagiermaschine als Schutzschild missbraucht zu haben, um den syrischen Truppen auszuweichen. Das sei charakteristisch für das Vorgehen der israelischen Luftstreitkräfte. "Solche Operationen der israelischen Strategen bringen leider das Leben Hunderter unschuldiger Bürger in Gefahr", sagte Konaschenkow.

Anfang Januar war über dem Iran eine ukrainische Passagiermaschine versehentlich abgeschossen worden. Die Boeing 737 von Ukrainian Airlines wurde von zwei Raketen der iranischen Revolutionsgarden getroffen und stürzte kurz nach dem Start in Teheran ab. Alle 176 Insassen wurden bei dem Absturz getötet. Zuvor hatte der Iran mit Raketenangriffen auf US-Stützpunkte im Irak auf die Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani durch die USA geantwortet.