Der britische Premierminister Boris Johnson baut sein Kabinett um und hat dafür überraschend auch den Minister für Nordirland, Julian Smith, entlassen. Auch der britische Finanzminister Sajid Javid ist im Zuge der Regierungsumbildung zurückgetreten, das teilte ein Sprecher Javids mit. Es war eigentlich damit gerechnet worden, dass der Finanzminister seinen Posten behalten würde. Darüber hinaus mussten Wirtschaftsministerin Andrea Leadsom, Umweltministerin Theresa Villiers sowie mehrere Staatssekretärinnen und Staatssekretäre gehen, berichtete die BBC. Generalstaatsanwalt Geoffrey Cox twitterte seinen Rücktritt, nachdem Johnson ihn aufgefordert habe, sein Amt niederzulegen.

Nordirland-Minister Smith war zuletzt für seine Hilfe gelobt worden, den politischen Stillstand in Nordirland zu beenden. Dort hatte es drei Jahre weder eine Regionalregierung noch ein Regionalparlament gegeben. Auf Druck der britischen und der irischen Regierungen begannen die irischen Nationalisten und die britischen Unionisten im Januar wieder eine Zusammenarbeit. 

Johnson sagte, er wolle ein Kabinett ernennen, das seine Vorstellung von Großbritannien nach dem Brexit umsetzt und die Spaltung in seiner Konservativen Partei sowie im ganzen Land überwindet. Weitere Details zur Kabinettsumbildung will Johnson im Tagesverlauf bekannt geben.

Großbritannien schied Ende Januar aus der Europäischen Union aus. Nun verhandelt es mit den verbliebenen 27 Mitgliedsstaaten über die künftigen Beziehungen. Bis zum Jahresende soll ein Abkommen vereinbart sein, das Handel und Sicherheit abdeckt. Eine Einigung ist bislang nicht in Sicht. Die Post-Brexit-Übergangsphase endet am 31. Dezember.