US-Vorwahl - Pete Buttigieg bei Iowa Caucus in Führung In der Vorwahl um die US-Präsidentschaft im Bundesstaat Iowa liegt Pete Buttigieg derzeit vorn. Ihm folgt Bernie Sanders, auf dem dritten Platz ist Elizabeth Warren. © Foto: Spencer Platt/​Getty Images

Bei der ersten Vorwahl der US-Demokraten liegt Präsidentschaftsbewerber Pete Buttigieg vorn. Angaben des Landesverbandes der Demokratischen Partei in Iowa zufolge kommt Buttigieg nach Auszählung 71 Prozent aller Wahlbezirke auf die meisten Stimmen. Bereits nach Auszählung von 62 Prozent der Bezirke kam Buttigieg auf 26,9 Prozent der Delegiertenstimmen. Hinter ihm liegen der linksgerichtete Senator Bernie Sanders (25,1 Prozent), die Senatorin Elizabeth Warren (18,3 Prozent) und Ex-Vizepräsident Joe Biden (15,6 Prozent).

Buttigieg sprach von einem "erstaunlichen Sieg". "Ich habe noch nie so sehr an unsere Kampagne, an unser Team und an unsere Vision geglaubt, die uns an diesen Punkt gebracht hat", sagte er nach Bekanntgabe der ersten Teilergebnisse. Er betonte, er wolle Präsident werden, um das amerikanische Volk zu einen. Vor einem Jahr war der 38-Jährige auf nationaler Ebene in den USA noch weitgehend unbekannt, doch der Demokrat zog mit seiner Wahlkampagne nach und nach viel Aufmerksamkeit auf sich und fuhr zwischendurch immer wieder erstaunliche Umfragewerte ein.

Für Biden bedeutet das vorläufige Ergebnis eine Niederlage. In nationalen Umfragen führt er das Feld der demokratischen Präsidentschaftsbewerber zwar an. In Iowa hatte er in Umfragen ebenfalls über lange Strecken vorn gelegen. Zuletzt hatte Sanders ihn dort jedoch überholt. Zwischenzeitlich hatte auch Buttigieg in Umfragen in Iowa geführt. 

Technische Probleme bei Auszählung

Die Veröffentlichung der Ergebnisse hatte sich deutlich verzögert. Die Partei führte dies auf Unstimmigkeiten bei der Überprüfung der Resultate zurück. Nach Problemen bei der Übertragung der Ergebnisse über eine neue Handy-App musste die Partei die Papierunterlagen aus mehr als 1.600 Wählerversammlungen, sogenannten Caucuses, einsammeln, um per Hand nachzuzählen. Die Parteikollegen in Nevada kündigten bereits an, bei ihrer Vorwahl am 22. Februar nicht die gleiche App zu benutzen.

Der Chef der Demokratischen Partei in Iowa, Troy Price, bezeichnete die Ereignisse in der Wahlnacht als "inakzeptabel". Er bitte dafür zutiefst um Entschuldigung. Die nun vorgelegten vorläufigen Zahlen seien absolut korrekt. Weitere Ergebnisse würden veröffentlicht, sobald sie vorlägen. Auf die Frage, wann mit dem endgültigen Resultat zu rechnen sei, sagte er: "Wir nehmen uns die Zeit, die wir brauchen." An erster Stelle stehe die Genauigkeit der Angaben.

Die rivalisierenden Republikaner reagierten mit unverhohlenem Spott auf die Panne. US-Präsident Donald Trump hatte die Vorwahl seiner Partei in Iowa mit überwältigender Mehrheit gewonnen.

Die Vorwahl in Iowa ist besonders wichtig. Die Wähler entscheiden dort zwar nur über 41 der 3.979 Delegierten, die letztlich den Herausforderer von Präsident Donald Trump ernennen werden. Weil die Vorwahlen aber traditionell in Iowa beginnen, kommt dem ländlichen Bundesstaat im Mittleren Westen mit nur knapp 3,2 Millionen Einwohnern ein großes Gewicht zu: Ein guter Start kann die Aussichten eines Bewerbers auf die Präsidentschaftskandidatur befeuern, ein schlechtes Abschneiden ist nur schwer wieder wettzumachen. Vielfach wird das kritisiert, weil die Bevölkerung von Iowa mehrheitlich weiß ist und nicht die Diversität im gesamten Land widerspiegelt.

Am 11. Februar steht die nächste Vorwahl in New Hampshire an. Auch dort liegt Sanders in Umfragen unter den demokratischen Präsidentschaftskandidaten vorn – mit deutlichem Abstand zu Biden. Am 3. März folgt dann die nächste große Wegmarke: der Super Tuesday mit Abstimmungen in mehr als einem Dutzend US-Bundesstaaten. Die Vorwahlen ziehen sich insgesamt bis Juni hin.