Iowa - Panne bei erster Vorwahl der US-Demokraten Nach der ersten Abstimmung der US-Vorwahlen haben die Demokraten Probleme bei der Auszählung. Die Veröffentlichung der Ergebnisse verzögert sich wohl um mehrere Stunden. © Foto: Andrew Harnik/dpa

Die Präsidentschaftsvorwahl der US-Demokraten im Bundesstaat Iowa hat mit einer peinlichen Panne begonnen. Nach der ersten Abstimmung im Wahljahr 2020 verzögert sich die Veröffentlichung der Ergebnisse auf unbestimmte Zeit. Wie der Sender CNN berichtet, wurde den Kandidaten von der Parteispitze mitgeteilt, dass sie erst "irgendwann im Laufe des Tages" mit Zahlen rechnen könnten. Der Sender sprach von einem "unglaublichen Versagen".  

"Erhebliche Mängel", "ein Chaos"

Die Demokratische Partei in Iowa begründete die Verzögerung mit Qualitätskontrollen. Bei drei Datensätzen gebe es "Ungereimtheiten". Einen Hackerangriff schloss die Partei aus. Es solle lediglich sichergestellt werden, dass die Ergebnisse vor einer Veröffentlichung korrekt seien. "Die Integrität der Ergebnisse ist von größter Bedeutung", hieß es in einer Erklärung von Parteisprecherin Mandy McClure. 

Das Wahlkampfteam von Ex-Vizepräsident Joe Biden kritisierte in einem von US-Medien veröffentlichten Schreiben an die Partei "erhebliche Mängel" in dem Prozess. Dabei geht es vor allem um die Apps, die extra für die Erfassung der Ergebnisse programmiert wurden und mit denen es jetzt große Probleme gibt. Aus Parteikreisen hieß es, die Apps funktionierten kaum, Helfer seien gezwungen, die Ergebnisse der Bezirke telefonisch aufzunehmen und manuell in eine Datenbank einzutragen.

Der Vorsitzende der Demokraten im Bezirk Des Moines, Tom Courtney, sprach von einem Chaos. Er habe minutenlang versucht, die Ergebnisse in seinem Bezirk weiterzugeben. Dann habe er versucht, die Zentrale der Demokraten zu erreichen, aber "sie sind in Des Moines nicht an die Telefone gegangen", weil, so spekulierte Courtney, sie mit Anrufen bestürmt würden.

Der Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, Brad Parscale, spottete über die Demokraten. Sie könnten nicht einmal eine Vorwahl ausführen, wollten aber die Regierung übernehmen, schrieb er auf Twitter. Präsidentensohn Eric Trump schrieb ebenfalls auf Twitter, deshalb wollten die Menschen nicht, dass die Demokraten die USA regierten.

Trotz dieser Verzögerung erklärten sich einige der Bewerber bereits zum Sieger, darunter der frühere Vizepräsident Joe Biden und Senator Bernie Sanders. "Wir fühlen uns gut, wo wir stehen, also geht es nach New Hampshire", sagte Biden mit Blick auf den Staat, in dem die nächste Vorwahl stattfindet. Er gehe mit "unserem Anteil an Delegierten" aus der ersten Vorwahl. Auch der frühere Bürgermeister Pete Buttigieg sagte vor seinen Anhängern, er werde nun "siegreich nach New Hampshire" fahren. 

US-Wahlkampf - Die erste Vorwahl im Präsidentschaftsrennen der USA Am Montagabend beginnt im kleinen US-Bundesstaat Iowa der Wahlkampf der Demokraten. Als Favoriten gelten Senator Bernie Sanders und der ehemalige Vizepräsident Joe Biden. © Foto: Reuters TV

Donald Trump gewinnt Vorwahl der Republikaner

Seine parteiinterne Konkurrentin Elizabeth Warren hingegen meinte, das Rennen sei zu eng, um einen Sieger zu benennen. Und so nutzte die Senatorin von Massachusetts einen Großteil ihrer Rede dafür, US-Präsident Donald Trump zu kritisieren. "Die Werte eines Präsidenten sind bedeutsam, und alles, was Donald Trump wertschätzt, ist Donald Trump", sagte Warren. "Wir kennen noch nicht alle Ergebnisse heute Abend, aber heute Abend hat gezeigt, dass die Amerikaner einen Hunger nach großem strukturellen Wandel haben."

Tatsächlich gewann Trump die Vorwahl seiner Partei in Iowa mit überwältigender Mehrheit. Dieses Ergebnis war bei den Republikanern aber auch erwartet worden. Der Präsident hatte keine aussichtsreichen Herausforderer.