US-Präsident Donald Trump hat Julian Assange offenbar eine Begnadigung in Aussicht gestellt. Das habe Assanges Anwalt vor einem Gericht in London angegeben, wie mehrere britische Medien berichteten. Dem Guardian zufolge sollte der WikiLeaks-Gründer im Gegenzug aussagen, dass Russland nicht an der Veröffentlichung von E-Mails der Demokraten im US-Wahlkampf 2016 beteiligt gewesen ist.

Den Berichten zufolge verwies Assanges Anwalt auf Beweismaterial, dass das Angebot Trumps belegen soll. Dabei gehe es um ein mutmaßliches Treffen eines ehemaligen republikanischen Kongressabgeordneten mit Assange im August 2017. Die Richterin habe das Material als Beweismittel zugelassen.

Die USA haben Assanges Auslieferung beantragt. Die Anhörung dazu beginnt am kommenden Montag. Die Vereinigten Staaten werfen ihm vor, der US-Whistleblowerin Chelsea Manning, damals noch Bradley Manning, geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Dadurch wurden von US-Soldaten begangene Kriegsverbrechen bekannt. Es liegen 18 Anklagepunkte vor. Bei einer Verurteilung drohen Assange bis zu 175 Jahre Haft.

2016 hatte WikiLeaks zudem Tausende E-Mails der Demokratischen Partei veröffentlicht, welche die damalige demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton unter Druck setzten. Der US-Geheimdienst erklärte später, russische Agenten hätten sich die E-Mails mit einem Hackerangriff verschafft und an WikiLeaks weitergeleitet.

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