Das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump wirft der New York Times Verleumdung vor und klagt auf Schadenersatz. In der bei einem Gericht in New York eingereichten Klageschrift heißt es, die Zeitung habe "wissentlich falsche und verleumderische Aussagen" veröffentlicht. Die Höhe des geforderten Schadensersatzes ist nicht beziffert. Die New York Times wies die Vorwürfe zurück.  

In der Klage geht es um einen Meinungsbeitrag, den die Zeitung im März 2019 veröffentlichte. Der Autor argumentierte dort, es habe vor der Wahl 2016 keine Notwendigkeit für detaillierte Geheimabsprachen zwischen dem Trump-Wahlkampfteam und Russland gegeben, weil es eine "übergreifende Abmachung" gegeben habe: eine neue Russlandpolitik einer künftigen Trump-Regierung im Gegenzug für Moskaus Unterstützung im Wahlkampf gegen Trumps Herausforderin Hillary Clinton.

Vorwurf der systematischen Voreingenommenheit

New York Times-Sprecherin Eileen Murphy teilte nach Angaben der Zeitung mit, Trumps Wahlkampfteam habe sich an die Gerichte gewandt, um einen Autor dafür zu bestrafen, dass er eine Meinung habe, die es für inakzeptabel halte. Glücklicherweise schütze das Gesetz das Recht der Amerikaner auf freie Meinungsäußerung. "Wir freuen uns darauf, dieses Recht in diesem Fall zu verteidigen."  

Mueller-Report - "Niemand steht über dem Gesetz" Sonderermittler Robert Mueller sagt vor dem US-Kongress aus. Entlastend für Donald Trump war sein Ermittlungsbericht zur Russland-Affäre keineswegs. Was darin steht, sehen Sie hier im Video.

In der Klage wird der New York Times ein "systematisches Muster der Voreingenommenheit" gegen Trumps Wahlkampfteam vorgeworfen. Dieses sei darauf ausgerichtet, den Ruf des Teams zu beschädigen und ein Scheitern der Organisation herbeizuführen. Das Wahlkampfteam verweist in der Klage auch auf die Untersuchung von FBI-Sonderermittler Robert Mueller. Er hatte keine ausreichenden Beweise für Anklagen wegen Geheimabsprachen von Trumps Team mit Vertretern Russlands gefunden. 

Trump bewirbt sich bei der Präsidentschaftswahl im November um eine zweite Amtszeit. Er kritisiert die New York Times und andere Medien, die kritisch über ihn berichten, immer wieder.