In der Affäre um eine mögliche russische Einflussnahme auf den US-Wahlkampf 2016 hat die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von sieben bis neun Jahren für einen früheren Vertrauten von US-Präsident Donald Trump gefordert. Beim Verhalten des ehemaligen Politikberaters Roger Stone handelt es sich demnach um "eine einmalige Fehleinschätzung". Das hohe Strafmaß soll laut der Anklage auch als Abschreckung dienen.

Stone war im vergangenen Jahr in seinem Haus in Florida festgenommen worden, kam gegen Zahlung einer 250.000-Dollar-Kaution aber wieder frei. Anschließend erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Falschaussage gegenüber dem Kongress, Zeugenbeeinflussung und Behinderung von Untersuchungen im Repräsentantenhaus.

Kurzes Verfahren, keine Aussage von Stone

Bei dem Fall geht es um die Enthüllungen der Plattform WikiLeaks, die während des Präsidentschaftswahlkampfs 2016 Zehntausende interne E-Mails der Demokraten veröffentlicht hatte. Die Daten und Dokumente wurden nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste von russischen Hackern gestohlen, um so die Wahl zugunsten des damaligen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump zu beeinflussen.

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Nach Ansicht der Anklage fungierte dessen Vertrauter Stone dabei als Verbindungsmann zwischen der Kampagne des Republikaners und der Enthüllungsplattform. Darüber soll er den Kongress belogen und einen Zeugen zu Falschangaben angestiftet haben. Eine Jury hatte den 67-Jährigen bereits im November schuldig gesprochen.

Stone selbst hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen, während des kurzen Gerichtsverfahrens auch nicht ausgesagt und den Prozess als politisch motiviert dargestellt. Sein Strafmaß will das Gericht nun in der kommenden Woche verkünden.