Syrische Regierungstruppen haben nahe einer strategisch wichtigen Schnellstraße in der Provinz Aleppo offenbar vier Dörfer von Aufständischen eingenommen. Das berichtete das syrische Staatsfernsehen. In der zuletzt eingenommenen Stadt Sarakeb seien demnach außerdem Sprengstofffallen ausgehoben und Minen beseitigt worden. Ziel sei laut einem syrischen Kommandeur die Autobahn M5, die die Hauptstadt Damaskus mit der Stadt Aleppo im Norden verbindet, von Terroristen zu befreien.

Aufständische kontrollieren den größten Teil von Idlib sowie Teile der Nachbarprovinz Aleppo. Bislang ist die syrische Regierung mit ihrer Offensive darauf beschränkt, die Autobahn zurück unter ihre Kontrolle zu bekommen, statt die Provinz Idlib vollständig zurückzuerobern.

Die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, die Regierungstruppen müssten noch 30 Kilometer entlang der Autobahn einnehmen, bis die gesamte Schnellstraße zurückerobert sei. Sollte dies gelingen, hätte das syrische Militär die Autobahn erstmals seit 2012 wieder unter seiner Kontrolle.

Zudem teilte die Beobachtungsstelle mit, die Türkei habe weitere Verstärkung in die syrische Provinz Idlib geschickt. Demnach überquerte seit Freitagabend ein Konvoi mit 430 Fahrzeugen die Grenze. So seien seit dem vergangenen Wochenende nun über 1.000 Fahrzeuge ins Land gekommen.

Die türkische Regierung gehört zu den größten Unterstützern der syrischen Opposition. Bei einem Zwischenfall am 3. Februar zwischen türkischen und syrischen Soldaten waren sieben türkische Militärangehörige, ein türkischer Zivilist und 13 syrische Soldaten ums Leben gekommen. Das Verteidigungsministerium der Türkei drohte mit "starken Antworten", sollte es zu einem Angriff auf türkische Beobachtungsposten kommen.