Bei einer TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftskandidaten in den USA sind Pete Buttigieg und Bernie Sanders von ihren Mitbewerberinnen deutlich kritisiert worden. Der 38 Jahre alte Buttigieg, der vor Kurzem die allgemein als richtungsweisend eingeschätzte Vorwahl in Iowa gewonnen hat, musste sich vor allem gegen den Vorwurf der Unerfahrenheit verteidigen sowie aufgrund der Tatsache, dass er bis hierhin auf einige wenige große Geldgeber angewiesen ist. Buttigieg entgegnete unter anderem: "Wir brauchen jetzt eine Perspektive, die es uns endlich erlaubt, die Politik der Vergangenheit in der Vergangenheit zu lassen."

Der in Iowa nur knapp geschlagene Sanders musste sich für seine frühere Parteinahme gegen strengere Waffengesetze sowie allgemein für seine Positionen am linken Rand des US-amerikanischen politischen Spektrums rechtfertigen. Die Senatorin Amy Klobuchar sagte zu Sanders, die Demokraten bräuchten jemanden, der die Menschen mitnehme, statt sie auszuschließen.

Derweil versuchte Ex-Vizepräsident Joe Biden, der in nationalen Umfragen führt, in Iowa aber sogar hinter der Senatorin Elizabeth Warren nur Platz vier belegte, seine Niederlage herunterzuspielen. Er habe einen Schlag eingesteckt und werde wahrscheinlich bei der nächsten Vorwahl am Dienstag in New Hampshire einen weiteren hinnehmen müssen. Das Kandidatenrennen sei aber lang. Auch er wies auf vermeintliche Schwächen Buttigiegs hin. Diesem fehle es an Unterstützung der gesellschaftlichen Minderheiten. Zugleich spielte Biden wiederholt auf seine eigene Beliebtheit unter Afroamerikanern an.

In New Hampshire liegt in Umfragen Sanders vorn – vor Buttigieg, Warren und Biden. Die New York Times berichtete am Freitag, dass der 38 Jahre alte Buttigieg nach seinem guten Abschneiden in Iowa in Umfragen zugelegt und den Abstand auf Sanders vor der nächsten Vorwahl weiter verkürzt hat.

Am 3. März folgt im Rennen um die Kandidatur die nächste große Wegmarke: der Super Tuesday mit Abstimmungen in mehr als einem Dutzend US-Bundesstaaten. Die Vorwahlen ziehen sich insgesamt bis Juni hin. Auf Nominierungsparteitagen küren Demokraten und Republikaner im Sommer dann endgültig ihre Präsidentschaftskandidaten. Die Präsidentenwahl findet schließlich am 3. November statt.

Bei den Demokraten hatte es insgesamt fast 30 Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur gegeben. 17 sind inzwischen schon ausgeschieden, 11 sind noch im Rennen.