Seit Mitternacht also gilt in Österreich das "Coronagesetz", das der Nationalrat, das österreichische Parlament, am Sonntag in einer Sondersitzung beschlossen hat. Die Straßen sind gespenstisch leer, im ganzen Land gilt eine Ausgangsbeschränkung. Nur wer zur Arbeit muss, die nicht aufzuschieben ist, wer dringend Lebensmittel oder Medikamente besorgen oder jemandem helfen muss, soll das Haus verlassen dürfen.
Wer in einem dieser dringenden Fälle raus möchte, "der darf das ausschließlich allein machen oder mit den Personen, mit denen er in der Wohnung gemeinsam zusammenlebt", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz gestern bei der Bekanntgabe des Gesetzes. Das Ausführen des Hundes wird also unter dieser Einschränkung noch möglich sein. Geschäfte müssen vorerst schließen, nur Lebensmittelläden, Drogerien und Apotheken dürfen geöffnet bleiben. Brötchen kann man also weiterhin besorgen.
Spiel- und Sportplätze sind geschlossen. Die Polizei ist unterwegs und fordert größere Gruppen, die dort unterwegs sind, auf, nach Hause zu gehen. Gruppen mit mehr als fünf Personen sollen überhaupt nicht draußen sein.
Spricht man mit Menschen in der eigenen Umgebung oder liest die Meinungen im Internet, scheinen viele diese Maßnahmen zu akzeptieren und zu befürworten. Die Schritte seien zwar "drastisch", aber "wahrscheinlich notwendig" und "sicher sinnvoll", heißt es. Die Entscheidung der schwarz-grünen Bundesregierung zeuge von "Entschlossenheit" und "Handlungswillen".
Bislang undenkbar
Wozu doch so ein Virus in der Lage ist. Plötzlich sind Maßnahmen gesellschaftsfähig, von denen Autokraten und Diktatoren nur träumen können: Ausgangssperren, Abschaffung der Versammlungsfreiheit, größtmögliche Kontrolle des öffentlichen Lebens. In diesen Tagen wird deutlich, dass auch in sehr demokratischen Ländern wie Österreich Sondersituationen Sondermaßnahmen erfordern können. Demokratisch beschlossen und gut kommuniziert, dürfen es auch Einschränkungen von Freiheitsrechten sein, die bislang undenkbar erschienen.
Die Begründung haben Wissenschaftler der Politik geliefert: Dass nur eine drastische Einschränkung der sozialen Kontakte eine Verbreitung des Virus verlangsamen kann. Es gibt dazu relativ genaue Berechnungen, außerdem Studien, die belegen, dass jene US-amerikanischen Städte während der Spanischen Grippe im Jahr 1918 am besten wegkamen, deren Bürgermeister sehr rasch Schulen schließen, Veranstaltungen absagen und Ausgangssperren verhängen ließen. Je später solche Maßnahmen beschlossen wurden, desto mehr Menschen erkrankten. In Philadelphia zum Beispiel geschah das sehr viel mehr Menschen als in St. Louis – die eine Stadt beschloss "soziale Distanzierungsmaßnahmen" nur zwei Tage nach der ersten Erkrankung, die andere erst nach zwei Wochen.
Seit Mitternacht also gilt in Österreich das "Coronagesetz", das der Nationalrat, das österreichische Parlament, am Sonntag in einer Sondersitzung beschlossen hat. Die Straßen sind gespenstisch leer, im ganzen Land gilt eine Ausgangsbeschränkung. Nur wer zur Arbeit muss, die nicht aufzuschieben ist, wer dringend Lebensmittel oder Medikamente besorgen oder jemandem helfen muss, soll das Haus verlassen dürfen.
Wer in einem dieser dringenden Fälle raus möchte, "der darf das ausschließlich allein machen oder mit den Personen, mit denen er in der Wohnung gemeinsam zusammenlebt", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz gestern bei der Bekanntgabe des Gesetzes. Das Ausführen des Hundes wird also unter dieser Einschränkung noch möglich sein. Geschäfte müssen vorerst schließen, nur Lebensmittelläden, Drogerien und Apotheken dürfen geöffnet bleiben. Brötchen kann man also weiterhin besorgen.