Der im Iran verschwundene US-Bürger Robert Levinson ist nach Angaben seiner Familie in Gefangenschaft gestorben. Sie habe keine Informationen darüber, wie Levinson gestorben sei, teilte sie auf Twitter mit. Erkenntnisse von US-Beamten ließen aber darauf schließen, dass er in iranischer Haft gestorben sei. Dies sei vor dem Ausbruch des Coronavirus im Iran geschehen.

"Es ist unmöglich, unseren Schmerz zu beschreiben", teilte die Familie mit. Sie werde "den Rest unseres Lebens ohne den wunderbarsten Mann verbringen, eine neue Realität, die unbegreiflich für uns ist". Die Familie machte die "grausamen, herzlosen Handlungen des iranischen Regimes" für Levinsons Tod verantwortlich

US-Präsident Donald Trump teilte daraufhin mit, dass er die Schlussfolgerung, wonach Levinson gestorben sei, nicht akzeptieren würde. Nach Angaben der New York Times räumte Trump auf einer Pressekonferenz zwar ein, dass es nicht gut um Levinson stehe, der Präsident werde aber "nicht akzeptieren, dass er tot ist". Levinson sei seit langer Zeit krank gewesen, sagte Trump. Er drückte der Familie sein Mitgefühl aus und bezeichnete Levinson als "guten Mann".  

Die Familie dankte der Regierung und der US-Bundespolizei FBI für ihre Bemühungen um seine Freilassung. Levinson werde immer zum FBI gehören, schrieb die Familie. Die US-Regierung hat allerdings nicht bestätigt, dass Levinson als Agent im Iran war. US-Beamte hatten jahrelang darauf bestanden, dass er unabhängig private Ermittlungen durchgeführt habe und nicht, wie es hieß, für den CIA eine Mission durchgeführt habe. Levinson war im Jahr 2007 auf der iranischen Insel Kish verschwunden.

Robert Levinson war seit 13 Jahren verschwunden

Der Nationale Sicherheitsberater Robert C. O’Brien sagte laut Washington Post, dass US-Beamte zwar glauben, dass Levinson gestorben sei, die Vereinigten Staaten die Geschehnisse aber nur akzeptieren würden, wenn es eine "vollständige Abrechnung" mit dem Iran gebe. "Die Vereinigten Staaten fordern den Iran auf, alle Amerikaner freizulassen, die in diesem Land zu Unrecht inhaftiert sind", sagte O’Brien. Ein Bundesrichter hatte den Iran vor wenigen Wochen für das Verschwinden Levinson verantwortlich gemacht.

Nach Angaben des FBI war Levinson die am längsten festgehaltene Geisel in der Geschichte der USA. Er wurde laut Washington Post das letzte Mal 2010 in einem Geisel-Video lebendig gesehen. Die iranische Regierung hatte am Mittwoch, wie bereits in den vergangenen Jahren, erneut bestritten, dass Levinson festgehalten werde.