Der Militärstützpunkt Tadschi nahe der irakischen Hauptstadt Bagdad ist erneut mit mehreren Raketen beschossen worden. Nach Angaben aus US- und irakischen Sicherheitskreisen wurden mindestens zwei Soldaten verletzt. Am Mittwoch waren bereits ein US-Soldat, ein US-Bürger und eine britische Soldatin bei einem Angriff auf den Stützpunkt getötet worden. Wer für den Raketenbeschuss verantwortlich ist, war noch nicht klar.

Nach dem ersten Angriff haben die USA die proiranische Miliz Kataib Hisbollah verdächtigt. Bei Vergeltungsschlägen gegen die Miliz in mehreren Provinzen sind nach irakischen Angaben in dieser Woche mindestens sechs Menschen getötet worden. Der US-amerikanische Verteidigungsminister Mark Esper sagte, es handle sich hierbei um eine "Verteidigungsmaßnahme, verhältnismäßig und eine direkte Antwort auf eine Bedrohung".

Seit Ende Oktober 2019 gab es 23 Raketenangriffe auf US-Einrichtungen im Irak. Die USA machen proiranische Hisbollah-Einheiten für die Beschüsse verantwortlich. Irantreue Milizen und Parteien fordern ebenso wie der Iran selbst den vollständigen Abzug der US-Truppen aus dem Irak. Die US-Armee und die Bundeswehr unterstützen die irakische Armee auf verschiedenen Stützpunkten im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat".

Anfang Januar hatte das US-Militär mit einer Drohne den iranischen General Kassem Soleimani am Flughafen von Bagdad getötet. Damit hatten die USA auf einen Raketenbeschuss der Hisbollah reagiert, bei dem ein US-Bürger getötet wurde. Soleimani war verantwortlich für zahlreiche Terroranschläge auf US-Amerikaner im Irak und leitete zudem die militärische Expansion des iranischen Regimes ins benachbarte Ausland.