Der weltweite Rüstungsmarkt wird von den Amerikanern dominiert: Sie haben einen Anteil von 36 Prozent an den Gesamtausfuhren von Großwaffen, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in einem nun veröffentlichten Bericht mitteilte. Größter Rüstungsimporteur ist Saudi-Arabien, gefolgt von Indien, Ägypten, Australien und China.

Laut Sipri haben die USA ihre Waffenausfuhren dank Großabnehmern im Nahen Osten und einer hohen Nachfrage nach fortschrittlichen US-Militärflugzeugen in anderen Weltregionen im Vergleich zur vorherigen Fünfjahresperiode um 23 Prozent gesteigert. Weltweit nahm das Gesamtvolumen der Im- und Exporte in den Jahren 2015 bis 2019 um 5,5 Prozent zu.

Insgesamt belieferten die Vereinigten Staaten 96 Länder mit Waffen. Den Abstand zum zweitgrößten Waffenexporteur der Welt haben sie dabei weiter vergrößert: Während der US-Anteil an den Rüstungsexporten von 31 auf 36 Prozent wuchs, verminderte sich derjenige von Russland von 27 auf 21 Prozent. Die russischen Ausfuhren sanken vor allem wegen einer deutlich geringeren Nachfrage vom wichtigsten Waffenabnehmer Indien im Fünfjahresvergleich um 18 Prozent. Die russischen Waffenlieferungen an Syrien – das Land, dessen Regierung Russland seit Jahren militärisch im syrischen Bürgerkrieg unterstützt – gingen um 87 Prozent zurück.

Deutschland auf Platz 4

Deutschland landete mit einem Zuwachs um 17 Prozent hinter Russland und Frankreich, das eine immense Zunahme um 72 Prozent verzeichnete, sowie vor China auf Rang vier der größten Waffenexporteure der Welt. Frankreich als größter Waffenexporteur innerhalb der EU exportierte in den vergangenen fünf Jahren laut Sipri unter anderem nach Ägypten, Katar und Indien.

Saudi-Arabien importierte zwischen 2015 und 2019 130 Prozent mehr Waffen als zuvor, womit es nunmehr auf einen Anteil an den weltweiten Gesamtimporten in Höhe von zwölf Prozent kommt.

SPD und Union hatten sich im März 2018 im Koalitionsvertrag auf einen Rüstungsexportstopp für die unmittelbar am Jemen-Krieg beteiligten Länder – zu denen Saudi-Arabien gehört – verständigt. Ein kompletter Exportstopp gegen Saudi-Arabien wurde erst ein halbes Jahr später nach der Ermordung des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi verhängt und seitdem zweimal verlängert. Zuletzt bis zum 31. März 2020. Eine Entscheidung über eine weitere Verlängerung steht noch aus.

Sipri geht es in seinen Berichten um langfristige internationale Trends, weshalb das Institut Fünfjahreszeiträume statt einzelner Jahre miteinander vergleicht. Die Werte der Friedensforscher bemessen sich nach dem Volumen, nicht dem finanziellen Wert von Waffendeals. Kleinwaffen werden dabei nicht mit eingerechnet.