Nach New York und Kalifornien hat auch der US-Bundesstaat Illinois in den USA eine weitgehende Ausgangssperre angekündigt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Die Maßnahme gelte von diesem Samstag an zunächst bis zum Ablauf des 7. Aprils, sagt Gouverneur J.B. Pritzker. Menschen dürften weiterhin Lebensmittel einkaufen, tanken, zur Apotheke gehen, einen Arzt aufsuchen, spazieren gehen oder den Hund ausführen, solange sie Vorsichtsmaßnahmen einhielten. Viele Menschen würden auch weiterhin zur Arbeit gehen. Nicht essenzielle Geschäfte müssten aber schließen.

Zuvor hatten zunächst Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom und dann der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo die Maßnahmen erheblich verschärft. In den beiden stark betroffenen Bundesstaaten müssen alle Geschäfte schließen, die für den Alltag nicht von grundlegender Bedeutung sind, Angestellte müssen zu Hause bleiben. Ausgenommen sind unter anderem Lebensmittelläden und Apotheken. Auch Essensauslieferungen bleiben erlaubt.

Grenzschließung zu Kanada und Mexiko

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus haben die USA auch ihre Grenzen zu Mexiko und Kanada weitgehend für den Personenverkehr geschlossen. Die Maßnahme gilt seit Mitternacht und betrifft alle nicht notwendigen Reisen. Die Regelung soll 30 Tage in Kraft bleiben und dann überprüft werden. Während eine entsprechende Vereinbarung mit Kanada bereits am Mittwoch verkündet worden war, gab US-Außenminister Mike Pompeo die Entscheidung zu Mexiko am Freitag (Ortszeit) bekannt. Untersagt werden "nicht unbedingt nötige" Reisen, was aber eine Reihe von Ausnahmen zulässt. Der Transport von Gütern und Waren ist nicht betroffen.

Zuvor hatten die USA bereits einen Einreisestopp für Ausländer aus den Schengen-Staaten sowie aus Großbritannien und Irland erlassen. Auch Ausländer, die aus dem Iran und aus China kommen, können nicht mehr in die USA einreisen.

Präsident Donald Trump hatte bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus am Freitag gesagt, dass derzeit keine landesweite Ausgangssperre erwogen wird. "Ich denke nicht, dass wir das jemals für notwendig halten werden", sagte Trump. Es gebe zwar "Hotspots" wie Kalifornien und New York; viele andere US-Regionen hätten aber nicht "das gleiche Problem".

Menschen horten Munition

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus haben viele Menschen in den USA begonnen, Waffen und Munition zu kaufen. "Wir haben einen signifikanten Anstieg der Verkäufe verzeichnet, der direkt mit der Zunahme von Covid-19 und seiner Verbreitung im ganzen Land zusammenhängt", teilte der Munitionshändler Ammo.com mit.

Zwischen dem 23. Februar und dem 15. März hätten sich die Umsätze verglichen mit demselben Zeitraum zuvor mehr als vervierfacht. Menschen horteten nicht nur Dinge wie Toilettenpapier und Grundnahrungsmittel, sondern "auch Munition in einem noch nie da gewesenen Ausmaß".

Auch die Handelsvereinigung der Schusswaffenindustrie in den USA (NSSF) teilte mit, Waffen- und Munitionsverkäufe nähmen zu. Besonders unter Erstkunden seien Zuwächse zu verzeichnen. Bereits vor wenigen Tagen hatte es in einer NSSF-Mitteilung geheißen, Amerikaner stünden an örtlichen Waffenläden Schlange, um sich mit Waffen und Munition einzudecken. Das FBI habe der NSSF mitgeteilt, dass Anfragen nach Hintergrundprüfungen potenzieller Schusswaffenkäufer etwa doppelt so hoch seien wie vor einem Jahr.