Belgien hat die Aufnahme von 100 bis 150 weiteren besonders schutzbedürftigen Menschen aus dem zerstörten griechischen Lager Moria auf Lesbos zugesagt. Dies teilten die belgische Gesundheitsministerin Maggie De Block und ihr griechischer Kollege Giorgos Koumoutsakos gemeinsam mit, wie die Agentur Belga meldete.

Zuvor hatte die belgische Regierung sich schon bereit erklärt, zwölf unbegleitete Minderjährige aufzunehmen. 18 weitere junge Leute seien bereits im Sommer in Belgien angekommen, hieß es weiter. Die neue Zusage sei zusätzlich. Bei den 100 bis 150 Menschen handele es sich um Familien mit Kindern, Müttern und alleinstehende Frauen.

Griechenland will alle rund 12.000 Bewohner des abgebrannten Lagers Moria auf Lesbos weiter vor Ort versorgen und nicht auf das Festland bringen – das haben Regierungsvertreterinnen und -vertreter mehrfach betont. Vor Ort entsteht ein großes Zeltlager. Hintergrund ist die Befürchtung, dass sonst auch Migrantinnen und Migranten in anderen Lagern absichtlich Feuer legen, um ihre Weiterreise nach Europa, insbesondere nach Deutschland, zu erzwingen. Außerdem befürchtet die Regierung in Athen, dass noch mehr Migrantinnen, die sich zurzeit in der Türkei aufhalten, zur Überfahrt nach Europa animiert werden – das soll verhindert werden. Zudem verweist Griechenland auf Zahlen, wonach Asylanträge vieler Migrantinnen in Moria entweder noch nicht entschieden oder aber abgelehnt wurden.