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Joe Biden hat die US-Präsidentschaftswahl gewonnen. Mit einem Sieg im US-Bundesstaat Pennsylvania erreichte der Demokrat die nötigen 270 Wahlleute, nach weiteren Siegen liegt deren Gesamtzahl für Biden nun bei 306.
- Donald Trump will das Ergebnis nicht anerkennen.
- Auch
über Teile des Senats und das Repräsentantenhaus wurde abgestimmt. Im
Abgeordnetenhaus konnten die Demokraten ihre Mehrheit verteidigen, im
US-Senat entscheiden Stichwahlen über die endgültige Besetzung.
- Neben eigenen Recherchen verwenden wir für dieses Blog auch Material der Nachrichtenagenturen Reuters, AP, AFP, dpa, und KNA.
Wichtige Beiträge
Die bisherige stellvertretende Wahlkampfmanagerin Julie Rodriguez soll demnach als Direktorin für die Beziehungen zu den Verantwortlichen der Bundesstaaten, Bezirke, Kommunen und Stämme verantwortlich sein.
Biden hatte bereits vergangene Woche angekündigt, dass er Ron Klain als Stabschef ins Weiße Haus holen wird. Klain war von 2009 bis 2011 Bidens erster Stabschef als Vizepräsident gewesen.
Damit beenden wir dieses Liveblog zur US-Wahl.
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In den Tagen rund um die US-Wahl hat Twitter rund 300.000 Tweets mit Warnungen vor falschen oder irreführenden Informationen versehen. Das seien 0,2 Prozent aller Tweets, die zwischen 27. Oktober und 11. November im Zusammenhang mit der Wahl abgesetzt wurden, erklärte Twitter-Chef Jack Dorsey in einer schriftlichen Stellungnahme für den US-Kongress. Facebook-Chef Mark Zuckerberg sagte, seine Plattform habe rund um die Wahl mehr als 150 Millionen Inhalte mit Falschangaben gelöscht oder markiert.
Die verbliebenen Vertragspartner, darunter Großbritannien, Frankreich und Deutschland, hoffen nach dem Wahlsieg des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden auf einen neuen diplomatischen Anlauf in dem Konflikt.
Trump will Start der Ölförderung in Alaska-Naturschutzgebiet beschleunigen
US-Präsident Donald Trump will noch vor Ende seiner Amtszeit die Bohrrechte für die umstrittene Förderung von Erdöl und Erdgas in einem Naturschutzgebiet in Alaska vergeben. Das Innenministerium rief Unternehmen dazu auf, ihr Interesse an Bohrungen in bestimmten Landparzellen im Arctic National Wildlife Refuge anzumelden. Der Schritt erfolgt rund zwei Monate vor dem Amtsantritt des neu gewählten Präsidenten Joe Biden, der sich gegen Erdöl- und Erdgasbohrungen in der Region ausspricht.
Innerhalb von 30 Tagen können die Unternehmen demnach ihr Interesse an bestimmten Parzellen in dem knapp 650.000 Hektar großen Gebiet anmelden – eine Vorstufe für eine spätere Versteigerung der Bohrlizenzen. Ein entsprechendes Dokument soll im Laufe des Tages offiziell veröffentlicht werden.
Der US-Kongress hatte vor drei Jahren grundsätzlich Bohrungen in dem Naturschutzgebiet genehmigt. Im August hatte dann das Innenministerium den Bohrungen zugestimmt. Von Umweltschützern gab es Kritik. Die Küstenregion im Norden des Bundesstaates Alaska ist die Heimat für Eisbären, Rentiere und viele andere Tiere.
Trump will Soldaten aus Afghanistan und Irak abziehen
US-Präsident Donald Trump will vor dem Ende seiner Amtszeit den von ihm immer wieder versprochenen Abzug von Soldaten aus Afghanistan und dem Irak vorantreiben. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP sollen mit dem 15. Januar 2021 – also fünf Tage vor der Amtseinführung des gewählten Präsidenten Joe Biden – nur noch 2.500 Soldaten im Irak und Afghanistan verbleiben. Das US-Militär sei am Wochenende über die Pläne unterrichtet worden, hieß es. Zuvor hatte der Sender CNN darüber berichtet.
Derzeit befinden sich noch etwa 4.500 bis 5.000 Soldaten in Afghanistan und mehr als 3.000 im Irak. Trump hatte bereits im Wahlkampf 2016 versprochen, die US-Truppen abzuziehen. Zuletzt hatte er dann auf Twitter angekündigt, dass die in Afghanistan verbleibenden Soldaten bis Weihnachten zurück in den USA sein sollten. Führende Berater im Bereich des Militärs und der Nationalen Sicherheit hatten ihm allerdings davon abgeraten, sodass der Präsident schließlich einer geringeren Reduzierung zugestimmt habe, berichtete die New York Times.
Im Kapitol warnten Republikanerinnen vor einem hastigen Abzug aus Afghanistan, der den Friedensprozess in Gefahr bringen und die Terrorismusbekämpfung zunichte machen könnte. Die USA hatten mit den militant-islamistischen Taliban Ende Februar ein Abkommen unterzeichnet, das den schrittweisen Rückzug aller US- und Nato-Streitkräfte bis Ende 2021 in Aussicht stellt. Im Gegenzug verpflichteten sich die Taliban unter anderem zu Friedensgesprächen mit Afghanistans Regierung, die im September aufgenommen wurden. Der Prozess war zuletzt jedoch ins Stocken geraten.
In dem nördlichen Bundesstaat setzte sich der Demokrat Joe Biden mit einem knappen Vorsprung von 20.470 Stimmen oder 0,62 Prozent gegen den Republikaner Trump durch. Die Kosten einer Neuauszählung werden nur vom Staat getragen, wenn der Vorsprung weniger als 0,25 Prozent betragen würde. Sollte Trump die Neuauszählung wie angekündigt beantragen, wären seine Chancen, den Staat doch noch zu gewinnen, wohl verschwindend gering. Eine Neuauszählung der Stimmen nach der Wahl 2016 hatte nur eine Abweichung von 131 Stimmen festgestellt.
Trumps Wahlkampfteam hatte unmittelbar nach der Wahl vom 3. November angekündigt, eine Neuauszählung zu beantragen. Die Republikaner haben seither intensiv um Spenden für die Kosten geworben – damit könnten also vermutlich Klagen und Neuauszählungen finanziert werden. Angesichts von Bidens Vorsprung blieb es jedoch unklar, ob Trump tatsächlich bereit wäre, die Kosten für eine Neuauszählung zu tragen.
Wisconsin hat bei der Präsidentenwahl die Stimmen von zehn Wahlleuten zu vergeben. Nach den bisherigen Ergebnissen führt Biden landesweit mit 306 zu 232 Stimmen. Für den Sieg braucht er mindestens 270 Stimmen. Das Wahlkollegium wird am 14. Dezember abstimmen.
Der US-Kongress hatte vor drei Jahren grundsätzlich Bohrungen in dem Naturschutzgebiet genehmigt. Damals hatten Trumps Republikaner die Mehrheit in beiden Kongresskammern. Seit Anfang 2019 haben die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Trump ist ein erklärter Klima-Skeptiker und Förderer der heimischen Erdölindustrie. Der neugewählte Präsident Biden dagegen, der das Amt am 20. Januar antreten soll, hat den Klimaschutz zu einem seiner obersten Politikziele ausgerufen.
"Wenn wir mit dem Beginn der Planungen bis zum 20. Januar (dem Tag seines Amtsantritts) warten müssen, verlieren wir einen Monat, eineinhalb Monate", sagte der 77-Jährige. Deswegen müsse die Trump-Regierung "jetzt" oder "so schnell wie möglich" mit seinem Übergangsteam zusammenarbeiten.
Trump hat seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl vom 3. November bislang nicht eingeräumt. Er spricht ohne Belege von angeblichem Wahlbetrug und hat eine Reihe von Klagen eingereicht. Der 74-Jährige blockiert zugleich die Übergabe der Amtsgeschäfte an Biden, was auch in den eigenen Reihen auf Kritik stößt.
Wir können das schaffen.
Joe Biden
Die US-Wirtschaft hat sich zwar schneller als erwartet von den Corona-Einschränkungen im Frühjahr erholt, aber die Arbeitslosenrate liegt immer noch bei 6,9 Prozent und das Land erfährt eine zweite Corona-Welle. Ein Gutteil der Wirtschaftserholung wird zudem auf das zwei Billionen Dollar teure staatliche Corona-Hilfspaket zurückgeführt, das inzwischen größtenteils aufgebraucht ist. Bidens Demokraten im Kongress unterstützen ein weiteres Hilfspaket in etwa gleichem Umfang, doch den Republikanern, die im Senat weiterhin die Mehrheit haben, ist das zu groß.
Biden hat ein Billionenprogramm angekündigt, das die Wirtschaft ankurbeln, den Krankenversicherungsschutz ausbauen und den Klimawandel bekämpfen soll. Höchste Priorität hat aber der Kampf gegen das Coronavirus, mit dem sich allein in der vergangenen Woche etwa eine Million US-Bürgerinnen und -Bürger neu infiziert hat. Ob er einen landesweiten Lockdown unterstützen würde, hat Biden bislang offen gelassen und seine Landsleute immer wieder zum Tragen von Schutzmasken und zum Einhalten von Abstandsregeln gemahnt.
Die frühere Präsidentin der US-Notenbank Janet Yellen ist nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg als Finanzministerin im Kabinett des gewählten US-Präsidenten Joe Biden im Rennen. Es gebe weitere Bewerber, berichtete Bloomberg am Samstag unter Berufung auf informierte Personen. Wegen ihrer möglichen neuen Rolle habe Yellen Auftritte als Rednerin abgesagt.
Yellen stand als Notenbankpräsidentin von 2014 bis 2018 für eine lockere Geldpolitik. Im Oktober hatte sie sich dafür ausgesprochen, die Corona-Krise nicht nur geldpolitisch, sondern auch durch fiskalpolitische Stützungsmaßnahmen zu bekämpfen.
Laut der Washington Post sind insgesamt mehr als 130 Mitarbeiter der Sicherheitsbehörde positiv getestet worden oder befänden sich wegen Kontakten mit infizierten Kollegen in Quarantäne – rund zehn Prozent des Kern-Sicherheitsteams. Der Nachrichtensender CNN sprach von "Dutzenden" Mitarbeitern. Der Secret Service wollte die Berichte auf Anfrage nicht kommentieren.
Trump war bereits vorgeworfen worden, unnötig Sicherheitsleute gefährdet zu haben, nachdem er während seiner Covid-19-Erkrankung mit ihnen in das Präsidentenfahrzeug gestiegen war, um seine Fans vor den Krankenhaustoren zu begrüßen. Er war Anfang Oktober positiv getestet und in einer Klinik behandelt worden. Auch viele seiner Mitarbeiter infizierten sich, unter anderem der Stabschef des Weißen Hauses, Mark Meadows.
In der Fraktion gebe es nicht in jeder Hinsicht eine einstimmige Meinung, sondern "gesunde Meinungsverschiedenheiten", sagte Pelosi. Die Demokraten seien keine Ja-Sager. Aber sie seien sich einig in dem Vorsatz, drängende Fragen anzupacken wie die Corona-Krise, die Klimakrise und die schwierige soziale Situation vieler Familien. "Die Ungleichheit der Einkommen in unserem Land muss angegangen werden."
Die Republikaner im Parlament sowie die Regierung im Weißen Haus ruft Pelosi auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um wirtschaftliche Hilfen für die von der Corona-Krise betroffenen Menschen zu beschließen. Auch eine scheidende Regierung müsse angesichts der Pandemie ihrer Verantwortung gerecht werden.
Die Überprüfung von Hand soll sicherstellen, dass die Zählmaschinen akkurat gearbeitet haben. Sie ist erforderlich, weil der Abstand zwischen den beiden führenden Kandidaten weniger als 0,5 Prozentpunkte beträgt. Am Donnerstag lag der Demokrat Joe Biden in Georgia etwa 14.000 oder 0,28 Punkte vor Präsident Donald Trump. Biden hat unabhängig vom Ergebnis in Georgia bereits so viele Stimmen der Wahlleute sicher, dass er Trump am 20. Januar als Präsident ablösen kann.
Es sei so gut wie sicher, dass beim Nachzählen in Georgia andere Zahlen herauskämen als beim ersten Mal, sagte der Regierungsbeamte Gabriel Sterling, der 2019 im Innenministerium für die Einführung eines neuen Abstimmungssystems zuständig war. Die Veränderungen würden aber nur so gering sein, dass sich am derzeitigen Stand nichts ändern werde.
Wenn das Ergebnis der Nachzählung beglaubigt ist, könne der unterlegene Kandidat eine weitere Nachzählung verlangen, teilte das Innenministerium mit. Diese werde dann maschinell erfolgen.