Israels Armee hat nach eigenen Angaben mehrere Ziele in Syrien attackiert. Zuvor war eine Rakete, abgefeuert aus Syrien, in der Wüste Negev in der Nähe des Atomreaktors bei Dimona explodiert. Die Rakete vom Typ SA-5 sei bei einem Angriff auf israelische Flugzeuge eingesetzt worden, habe ihr Ziel verfehlt und das Gebiet von Dimona erreicht, sagte ein israelischer Militärsprecher in der Nacht. Als Antwort auf diesen Angriff seien mehrere Raketenbatterien in Syrien attackiert worden.
Israelische Medien berichteten, bei der syrischen Rakete habe es sich um ein fehlgeleitetes Geschoss gehandelt, das nicht Teil eines gezielten Angriffs gewesen sei. Allerdings liegt Dimona, der Wüstenort, in dem sich die Atomanlage befindet, rund 300 Kilometer südlich von Damaskus, eine lange Strecke für eine fehlerhaft abgefeuerte Boden-Luft-Rakete.
Nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana feuerte die israelische Armee von den Golanhöhen aus mehrere Raketen auf Ziele in der Umgebung der syrischen Hauptstadt Damaskus ab. Die syrische Raketenabwehr habe die meisten Geschosse abgefangen. Vier syrische Soldaten seien verletzt worden.
Seit Beginn des Syrien-Krieges vor zehn Jahren hat Israel wiederholt Ziele in Syrien beschossen. Vielfach gelten die Angriffe auch Stellungen iranischer Kämpfer. Iran ist ein wichtiger Verbündeter des syrischen Machthabers Baschar al-Assad; Israel will verhindern, dass sich das Land in Syrien festsetzt.
Die Spannungen zwischen Israel und dem Iran haben sich wegen des Atomprogramms der Regierung in Teheran und der jüngsten Zunahme von Sabotageangriffen verschärft. Israel wirft dem Iran Bestrebungen zum Bau von Nuklearwaffen vor und sieht dies als Bedrohung seiner Sicherheit. Der Iran hat wiederholt erklärt, sein Atomprogramm diene friedlichen Zwecken.