Der Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinensern hat sich inzwischen auf das Westjordanland ausgeweitet. In dem von Israel besetzten Gebiet kam es an diesem Freitag zu den heftigsten Zusammenstößen seit Jahren. Laut des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden dabei zehn Palästinenser durch von israelischen Soldaten abgefeuerte Schüsse getötet, rund 150 weitere Menschen verletzt.
Die traditionellen Freitagsproteste gegen die israelische Siedlungspolitik hatten sich nach Angaben eines palästinensischen Sicherheitsvertreters zu den heftigsten Konfrontationen "seit der zweiten Intifada" entwickelt, die im Jahr 2000 begonnen hatte. In mindestens neun Orten verbrannten Palästinenser Autoreifen und warfen Steine auf israelische Soldaten. Die Soldaten eröffneten daraufhin das Feuer.
Die israelische Armee setzte zudem ihre Angriffe auf das Tunnelsystem der im Gazastreifen herrschenden Hamas fort, während Israel weiter aus dem Gazastreifen beschossen wurde. Nach Angaben der Armee wurden inzwischen insgesamt 2.000 Raketen abgefeuert. Nahezu 1.000 der Raketen wurden demnach vom Raketenabfangsystem Iron Dome abgefangen.
Raketenbeschuss auch aus dem Libanon und Syrien
Auch aus dem Libanon wurden dem israelischen Militär zufolge drei Raketen in Richtung Israel abgefeuert, die jedoch ins Mittelmeer stürzten. Ein libanesischer Demonstrant, der im Südlibanon von israelischer Seite angeschossen wurde, starb an seiner Verletzung, wie die Nachrichtenagentur ANI meldete.
Aus Syrien sind laut dem israelischen Militär ebenfalls drei Raketen in Richtung Israel abgefeuert worden. Wie die Armee am Freitagabend mitteilte, ging eine davon auf syrischem Boden nieder. Nähere Einzelheiten oder Berichte über mögliche Schäden wurden zunächst nicht bekannt.
Im Gazastreifen griff Israel mit seiner Luftwaffe und mit Artillerie an. Mehrere Häuser wurden zerstört oder schwer beschädigt. Im Nordosten des Küstenstreifens verließen wegen des israelischen Beschusses Hunderte Menschen fluchtartig ihre Häuser.
"Sie bezahlen und werden weiter teuer dafür bezahlen"
Mehr als 122 Menschen starben seit Montag durch die israelischen Angriffe im Gazastreifen, darunter 31 Kinder, teilte das dortige Gesundheitsministerium mit. 900 Menschen wurden demnach verletzt. Laut der israelischen Armee wurden in Israel durch den Raketenbeschuss der vergangenen Tage insgesamt acht Menschen getötet. Es handelt sich um die heftigsten Gefechte zwischen Israel und militanten Palästinensern seit 2014.
"Sie bezahlen und werden weiter teuer dafür bezahlen. Es ist noch nicht vorbei", sagte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach einer Sitzung im Verteidigungsministerium. Er deutete eine mögliche Verstärkung der Angriffe auf die Hamas an.
Die Vereinten Nationen forderten, die Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen für Treibstoff- und Hilfslieferungen zu öffnen. In dem abgesperrten Gebiet leben etwa zwei Millionen Palästinenser. Nach UN-Schätzungen mussten rund 10.000 Palästinenser aufgrund der anhaltenden Kämpfe ihre Häuser in Gaza verlassen.
Auch in israelischen Orten, in denen ein hoher Anteil arabischer Israelis lebt, kam es wieder zu Ausschreitungen. In der Stadt Lod gilt inzwischen eine Ausgangssperre, zusätzliche Sicherheitskräfte wurden im Land verteilt. Ganz beruhigt hat sich die Lage noch nicht: In der Nacht auf Freitag nahm die Polizei erneut Randalierer fest, die Steine und Brandsätze warfen.
Neue Ausschreitungen am Samstag erwartet
Der Konflikt hatte sich während des muslimischen Fastenmonats Ramadan und nach der Absage der palästinensischen Parlamentswahl zugespitzt. Als Auslöser gelten etwa Polizei-Absperrungen in der Jerusalemer Altstadt, die viele junge Palästinenser als Demütigung empfanden. Hinzu kamen Auseinandersetzungen von Palästinensern und israelischen Siedlern im Jerusalemer Viertel Scheich Dscharrah wegen Zwangsräumungen sowie heftige Zusammenstöße auf dem Tempelberg (Al-Haram al-Scharif). Die Anlage mit Felsendom und Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen. Die islamistische Hamas hat sich zum Verteidiger Jerusalems erklärt. Sie wird von Israel und der EU als Terrororganisation eingestuft.
Am Samstag ist Tag der Nakba (Katastrophe). Die Palästinenser gedenken dann der Vertreibung und Flucht Hunderttausender Palästinenser im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948. Befürchtet werden neue gewaltsame Proteste. In diesem Jahr fällt der Tag zusammen mit dem dritten Tag des Eid-al-Fitr-Festes, des sogenannten Zuckerfestes zum Ende des Ramadans.
Der Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinensern hat sich inzwischen auf das Westjordanland ausgeweitet. In dem von Israel besetzten Gebiet kam es an diesem Freitag zu den heftigsten Zusammenstößen seit Jahren. Laut des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden dabei zehn Palästinenser durch von israelischen Soldaten abgefeuerte Schüsse getötet, rund 150 weitere Menschen verletzt.
Die traditionellen Freitagsproteste gegen die israelische Siedlungspolitik hatten sich nach Angaben eines palästinensischen Sicherheitsvertreters zu den heftigsten Konfrontationen "seit der zweiten Intifada" entwickelt, die im Jahr 2000 begonnen hatte. In mindestens neun Orten verbrannten Palästinenser Autoreifen und warfen Steine auf israelische Soldaten. Die Soldaten eröffneten daraufhin das Feuer.