Während die russische Armee ihre Angriffe auf Kiew fortsetzt, sind die Regierungschefs von Polen, Slowenien und Tschechien zu einem Besuch in der belagerten Stadt eingetroffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte auf Facebook und Telegram ein Video, das ihn während eines Treffens mit Mateusz Morawiecki, Janez Janša, Petr Fiala, und dem Vorsitzenden der polnischen Regierungspartei PiS, Jarosław Kaczyński, zeigt.
"Ihr Besuch in Kiew in dieser schwierigen Zeit für die Ukraine ist ein starkes Zeichen der Unterstützung", schrieb Selenskyj. "Wir wissen das wirklich zu schätzen." Das Treffen ist der erste Besuch ausländischer Regierungschefs in der umkämpften Hauptstadt seit Kriegsbeginn. Der ukrainische Regierungschef Denys Schmyhal lobte "den Mut der wahren Freunde der Ukraine" und sagte, ihre Gespräche sollten "die Unterstützung der Ukraine und die Verschärfung der Sanktionen gegen die russische Aggression" zum Thema haben.
Auch der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki berichtete in sozialen Medien von dem Besuch. "Hier, im kriegszerstörten Kiew, wird Geschichte geschrieben", schrieb er auf Twitter. "Hier ist es, wo die Freiheit gegen die Welt der Tyrannei kämpft. Hier ist es, wo die Zukunft von uns allen in der Schwebe hängt."
Morawiecki teilte auf Facebook mit, dass er und die anderen Regierungschefs im Einvernehmen mit der EU den Besuch unternähmen, den er als historisch bezeichnete. Auch die Vereinten Nationen seien informiert worden. Der Besuch sei seit mehreren Tagen geplant gewesen, aber aus Sicherheitsgründen geheim gehalten worden, sagte Morawieckis Büroleiter. Morawiecki und Kaczyński hätten am Vormittag mit dem Zug die polnische Grenze zur Ukraine überquert. Der ukrainischen Regierung sollten nach Angaben von Dworczyk konkrete Hilfsangebote unterbreitet werden.
Charles Michel warnte vor Risiken
Aus EU-Kreisen hieß es, der Europäische Rat sei nach dem informellen EU-Gipfel vergangene Woche in Versailles über die potenzielle Mission informiert worden. Es gebe für die Initiative aber kein Mandat des Europäischen Rates. EU-Ratspräsident Charles Michel habe auf die Risiken einer solchen Reise hingewiesen. Die drei Ministerpräsidenten bezeichneten ihren Besuch im Kriegsgebiet als eine Mission der Europäischen Union. EU-Vertreter sprachen dagegen von einer Reise, die die Regierungschefs trotz der Sicherheitsrisiken unabhängig von der EU unternommen hätten.
Kiew wird seit Kriegsbeginn immer wieder von russischen Raketen getroffen. Bürgermeister Vitali Klitschko hatte nach weiteren schweren Angriffen eine Ausgangssperre von Dienstagabend bis Donnerstagmorgen verhängt. Viele Bewohner der Stadt harren in Bunkern und Schutzräumen aus. Ein Flug in die umkämpfte ukrainische Hauptstadt ist unter diesen Bedingungen undenkbar. Die vier osteuropäischen Spitzenpolitiker sind deshalb mit dem Zug nach Kiew gefahren.
Verhandlungen mit Russland erneut vertagt
Neben den Verbündeten aus dem Westen setzten ukrainische Regierungsvertreter auch ihre Gespräche mit den russischen Invasoren fort. In den Verhandlungen bestünden weiterhin "fundamentale Gegensätze", teilte der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak mit. Einen Kompromiss hielt er dennoch für möglich. "Wir werden morgen weitermachen." Selenskyj scheint in der strittigen Frage eines Nato-Beitritts seines Landes zu einem wichtigen Zugeständnis bereit zu sein. "Wir haben jahrelang gehört, dass die Türen offen sind, aber wir haben auch gehört, dass wir nicht beitreten können. Das ist die Wahrheit und wir müssen das anerkennen", sagte er bei einer Videokonferenz mit westlichen Staats- und Regierungschefs.
In einem Telefonat mit EU-Ratspräsident Michel kritisierte Russlands Präsident Wladimir Putin nach Angaben aus dem Kreml, Kiew zeige "keine ernsthafte Haltung zur Suche nach für beide Seiten akzeptablen Lösungen".
Auch die Türkei will sich nach eigenen Angaben weiter an den internationalen Vermittlungsversuchen beteiligen: Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu wird am Mittwoch Gespräche zum Ukraine-Krieg in Moskau führen. Am Donnerstag reist er weiter nach Kiew, wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan ankündigte.
Weitere Entwicklungen zum Krieg gegen die Ukraine lesen Sie in unserem Liveblog.
Während die russische Armee ihre Angriffe auf Kiew fortsetzt, sind die Regierungschefs von Polen, Slowenien und Tschechien zu einem Besuch in der belagerten Stadt eingetroffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte auf Facebook und Telegram ein Video, das ihn während eines Treffens mit Mateusz Morawiecki, Janez Janša, Petr Fiala, und dem Vorsitzenden der polnischen Regierungspartei PiS, Jarosław Kaczyński, zeigt.
"Ihr Besuch in Kiew in dieser schwierigen Zeit für die Ukraine ist ein starkes Zeichen der Unterstützung", schrieb Selenskyj. "Wir wissen das wirklich zu schätzen." Das Treffen ist der erste Besuch ausländischer Regierungschefs in der umkämpften Hauptstadt seit Kriegsbeginn. Der ukrainische Regierungschef Denys Schmyhal lobte "den Mut der wahren Freunde der Ukraine" und sagte, ihre Gespräche sollten "die Unterstützung der Ukraine und die Verschärfung der Sanktionen gegen die russische Aggression" zum Thema haben.