Der russische Präsident Wladimir Putin hat bekannt gegeben, wie westliche Unternehmen künftig ihr aus Russland bezogenes Gas bezahlen sollen. Laut einem Dekret, das ZEIT ONLINE vorliegt, sollen die Unternehmen ab Freitag zwar weiterhin in Euro zahlen können. Westliche Staaten sollen dafür aber Konten bei der russischen Gazprombank eröffnen, die das Geld dann in Rubel konvertieren und an den Gazprom-Konzern weiterleiten sollen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) reagierte gelassen auf das Dekret. "Auf alle Fälle gilt für die Unternehmen, dass sie in Euro zahlen wollen, können und werden", sagte er.
Für die seit Wochen von der Außenwelt abgeschnittene und besonders stark von Russland beschossene Stadt Mariupol haben sich Russland und die Ukraine auf eine Feuerpause geeinigt, damit Zivilisten in Sicherheit gebracht werden können. Das Internationale Rote Kreuz teilte mit, mehrere Teams seien auf dem Weg nach Mariupol, um die Evakuierungen zu organisieren. Das britische Verteidigungsministerium, das regelmäßig Einschätzungen über die Kriegsentwicklung veröffentlicht, berichtete jedoch von weiteren heftigen Kämpfen um die Stadt.
Schweren Beschuss meldete auch erneut die Region Tschernihiw, obwohl Russland angekündigt hatte, die Angriffe dort und in Kiew deutlich zu reduzieren. Die Nato schenkt dem keinen Glauben und rechnet mit weiteren russischen Angriffen auch auf Kiew. Die russischen Truppen setzten eigenen Angaben zufolge außerdem ihre Angriffe im Osten der Ukraine fort.
Berichte von US-Geheimdiensten, dass Putins Berater sich nicht trauten, ihm die Wahrheit über den Verlauf des Krieges zu sagen, wies Russland zurück. Das Weiße Haus hatte am Mittwoch mitgeteilt, man sei besorgt, dass Putin durch eine lückenhafte Beratung möglicherweise Entscheidungen fälle, deren Tragweite er nicht einschätzen könne. Russland teilte nun seinerseits mit, dass man besorgt sei, dass "so ein völliges Missverständnis" zu Fehlentscheidungen des Westens führen könne.
- Der amerikanische Präsident Joe Biden hat angekündigt, täglich eine Million Barrel aus den nationalen Ölreserven freizugeben. Die Opec-Staaten wollen die Ölfördermenge außerdem anheben.
- Russland hat ein Einreiseverbot für EU-Spitzenpolitiker und -Abgeordnete angekündigt.
"Die Beschränkungen gelten für die höchsten Vertreter der EU,
einschließlich einer Reihe von EU-Kommissaren und Leitern von
EU-Militärstrukturen", teilte das Außenministerium in Moskau mit.
- Die prorussischen Separatisten teilen mit, Gebietsgewinne in der ostukrainischen Donbass-Region erzielt zu haben. Mehr als 90 Prozent des Verwaltungsbezirks Luhansk seien "befreit" worden, schreiben sie auf Telegram.
- Auf dem Gelände des Atomreaktors in Tschernobyl halten sich nach ukrainischen Angaben nur noch wenige russische Soldaten auf.
- Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) kündigte weitere Sanktionen gegen Russland an. Das aktuelle Sanktionspaket sei nicht das letzte gewesen, sagte er.
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Russland plant im eroberten Cherson ein Referendum, mit dem die strategisch gelegene Stadt in der Südukraine zur russisch kontrollierten sogenannten Volksrepublik gemacht werden solle – ähnlich den selbst ernannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk im Osten des Landes.
- Die Türkei will ein weiteres Treffen der Außenminister Russlands und der Ukraine vermitteln.
- Die Bundesnetzagentur arbeitet derzeit an Kriterien, wie bei einem Versorgungsengpass das Gas verteilt wird.
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Die Bundeswehr registriert seit dem Kriegsbeginn ein gestiegenes Interesse junger Menschen.
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