Großbritanniens Premierminister Boris Johnson ist nach Kiew gereist und hat sich dort mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen. Der Besuch sei ein "Zeichen der Solidarität mit dem ukrainischen Volk", sagte ein Sprecher des britischen Regierungschefs.

Selenskyj veröffentlichte im Messengerdienst Telegram mehrere Fotos, die ihn zusammen mit Johnson zeigen. "Willkommen in Kiew, mein Freund!", schrieb er. Johnson twitterte, dass Großbritannien "ein neues Paket an finanzieller und militärischer Hilfe schnürt, das unser Engagement für den Kampf seines Landes gegen den barbarischen Feldzug Russlands beweist".

Auf einer internationalen Ukraine-Geberkonferenz in Warschau sind Hilfen in Höhe von insgesamt 9,1 Milliarden Euro zugesagt worden. Innerhalb der Ukraine Vertriebene sollen mit 1,8 Milliarden Euro unterstützt werden, während 7,3 Milliarden Euro für Flüchtlinge aufgewendet werden sollen, die sich in Nachbarländer in Sicherheit gebracht haben. 4,1 Milliarden Euro der Gesamtsumme wurden von Regierungen, Unternehmen und Einzelpersonen als Spenden zugesagt. Bei den übrigen fünf Milliarden Euro handelt es sich um Darlehen und Zuschüsse durch EU-Finanzinstitutionen.

"Wir stehen an Ihrer Seite, sei es jetzt in Kriegszeiten, sei es mit den Flüchtlingen, aber vor allem, nachdem dieser Krieg von der Ukraine gewonnen wurde, für die Zeit des Wiederaufbaus des Landes", sagte die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Weitere wichtige Entwicklungen des Tages:

  • Russland hat ein Militärmanöver in seiner westlichen Exklave Kaliningrad abgehalten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax waren bis zu 1.000 Militärangehörige beteiligt; Kampfjets vom Typ Su-27 und Bomber vom Typ Su-24 haben demnach über Nacht Angriffe auf Boden- und Luftziele geübt. Kaliningrad liegt zwischen den Nato-Ländern Polen und Litauen.
  • Laut einer Umfrage der Neuen Zürcher Zeitung haben derzeit 25 deutsche Kommunen ihre Kooperation mit russischen Partnerstädten offiziell eingefroren. Dazu zählen Köln, Düsseldorf, Kassel, Baden-Baden, Heilbronn und Ingolstadt.
  • Einen Tag nach dem Angriff auf Flüchtlinge im Bahnhof von Kramatorsk sind die Evakuierungen aus der ostukrainischen Stadt fortgesetzt worden. Mit Bussen und Kleintransportern wurden Überlebende des Bombenangriffs aus der Stadt gebracht. Die EU machte Russland für den Angriff verantwortlich.
  • Das Auswärtige Amt hat das russische Vorgehen gegen deutsche Stiftungen und internationale Menschenrechtsorganisationen verurteilt. Eine Sprecherin sagte, mit der Schließung der politischen Stiftungen und anderer ausländischer Organisationen zeige die russische Regierung der Welt einmal mehr ihr wahres Gesicht.
  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj setzt weiterhin auf Friedensverhandlungen mit Russland. "Leider sehen wir parallel die Vorbereitungen für einen wichtigen – einige sagen: den entscheidenden – Kampf im Osten unseres Staates", sagte Selenskyj nach einem Treffen mit Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer in Kiew. Er sagte eine "schwere Schlacht" voraus.
  • Durch den russischen Angriffskrieg sind ukrainischen Angaben zufolge mehr als 300 ukrainische Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen beschädigt worden. "21 Krankenhäuser wurden komplett zerstört", sagte Gesundheitsminister Viktor Ljaschko.
  • Mit Blick auf prorussische Autokorsos hat Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) ein hartes Vorgehen gegen eine mögliche Verherrlichung von Kriegsverbrechen sowie das Verbreiten von Falschinformationen angekündigt. In Stuttgart wurde mit einem Autokorso gegen "die Diskriminierung russischsprechender Menschen" demonstriert.

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