Ein Dirigent der Philharmonie von Cherson ist nach ukrainischen Angaben in seinem Haus von russischen Soldaten erschossen worden. Jurij Kerpatenko sei ermordet worden, weil er sich geweigert habe, "mit den Besatzern zusammenzuarbeiten", teilte das ukrainische Kulturministerium mit.

"Medienberichten zufolge planten die Besatzer und ihre Kollaborateure beim Philharmonieorchester anlässlich des Weltmusiktags am 1. Oktober ein festliches Konzert in Cherson", teilte das Ministerium weiter mit. Die russischen Vertreter hätten mit dem Konzert "die angebliche Wiederherstellung eines friedlichen Lebens in Cherson" demonstrieren wollen, hieß es weiter.

Kerpatenko habe sich jedoch "kategorisch geweigert", mit ihnen zusammenzuarbeiten. Der Dirigent habe aus seiner Einstellung keinen Hehl gemacht und sich geweigert, die besetzte Stadt zu verlassen. Angaben aus den Kriegsgebieten lassen sich kaum unabhängig prüfen.

Ukrainische Soldaten werden von Frankreich an Waffen geschult

Frankreich will fast 2.000 ukrainische Soldaten ausbilden. Verteidigungsminister Sébastien Lecornu sagte der Zeitung Le Parisien, es habe zwar bereits Artillerieschulungen für die Haubitze Caesar gegeben, aber jetzt werde man "etwas weiter gehen". Die Ausbildung werde in drei Etappen erfolgen: erstens allgemeine Ausbildung der ukrainischen Soldaten, zweitens die Ausbildung für spezifische Bedürfnisse wie Logistik und drittens eine Schulung an den von Frankreich gelieferten Waffen.

Weitere Ereignisse der Nacht in Kürze:

  • Bei Vorbereitungen von Rekruten auf den Krieg in der Ukraine sind auf einem Militärgelände nahe der Stadt Belgorod im Südwesten Russlands elf Menschen durch Schüsse getötet worden. 15 weitere Menschen wurden verletzt, teilte das Verteidigungsministerium mit. Das melden die staatlichen russischen Nachrichtenagenturen RIA und Tass.
  • Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge sind die Kämpfe in den östlichen Provinzen Donezk und Luhansk an der Grenze zu Russland im Moment besonders heftig. "Am schwierigsten ist die Lage in Richtung Bachmut. Wir halten unsere Positionen", sagte Selenskyj.
  • Hunderte Menschen haben am Samstag bei einer Protestaktion vor der russischen Botschaft in Polen teilgenommen. Sie richtete sich gegen die Annexion von vier ukrainischen Gebieten durch Russland.

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