US-Präsident Joe Biden hat ein umstrittenes Ölprojekt in Alaska genehmigt und damit nach Einschätzung von Aktivisten entgegen eines seiner zentralen Klima- und Umweltschutzversprechen entschieden. Bidens Genehmigung erlaubt zunächst drei Bohrfelder, in denen nach Angaben des Projektentwicklers ConocoPhillips mehr als 200 Bohrungen stattfinden sollen. Ein viertes Ölfeld wurde abgelehnt.

Der Ölkonzern bezeichnete das Vorhaben als praktikabel. Demnach könnten dort pro Tag bis zu 180.000 Barrel Öl gefördert werden. Der Bau würde bis zu 2.500 Arbeitsplätze schaffen, für den laufenden Betrieb würden langfristig 300 Jobs geschaffen. Den Staat erwarten Steuereinnahmen in Milliardenhöhe. In Alaska wird das Projekt mehrheitlich unterstützt.

Bidens Genehmigung kam nur einen Tag nach der Ankündigung, in einigen anderen Regionen Alaskas und des Nordpolarmeers Ölbohrungen zu verbieten oder zu begrenzen. Umweltschützer teilten, Bidens Genehmigung des Willow-Projekts verstoße gegen sein Wahlkampfversprechen, neue Ölbohrungen auf öffentlichem Land zu stoppen. Auch das US-Innenministerium hatte Bedenken wegen der aus dem Projekt entstehenden direkten und indirekten Emissionen sowie wegen seiner Auswirkungen auf die indigene Bevölkerung und auf die Tier- und Pflanzenwelt angemeldet.

Am Sonntag hatte das Weiße Haus mitgeteilt, Biden werde eine Ölförderung in Gebieten mit einer Fläche von rund 6,5 Millionen Hektar in Alaska und dem Nordpolarmeer verhindern oder begrenzen, darunter 1,2 Millionen Hektar in der Beaufortsee.

Umweltschützer begrüßten das. Die Präsidentin von Earthjustice, Abigail Dillen, hatte aber zugleich erklärt, Biden sollte den Schutz auch auf Willow ausweiten.