Zuerst kamen die Flugzeuge mit ihren Bomben, dann die Artillerie. Stundenlang feuerten russische Soldaten unzählige Granaten und Geschosse auf die Stadt Awdijiwka im Osten der Ukraine, bis das Stadtbild voller Rauchsäulen war. Schließlich rückten russische Panzer und Fußtruppen gleich an mehreren Stellen im Nordosten und Südwesten der halb umzingelten Stadt vor.

Seit Monaten ruhte die Front an diesem Abschnitt. Doch während nun alle Welt auf Israel schaut, setzte sich die russische Armee plötzlich in Bewegung. "So eine Offensive haben wir hier noch nicht gesehen", erklärte Witali Barabasch, der Leiter der lokalen Militärverwaltung, vor wenigen Tagen im ukrainischen Fernsehen. Die Lage sei "extrem angespannt", sagte Barabasch weiter. Auch die Zahlen des ukrainischen Generalstabs zeugen von einer neuen Intensität. Während die ukrainischen Militärs zuletzt pro Tag kaum mehr als 20 Zusammenstöße mit russischen Soldaten registriert hatten, waren es im Laufe dieser Woche täglich mehr als dreimal so viele.