• Alle Artikel zum Thema finden Sie auf unserer Themenseite zum Krieg in der Ukraine. Eine Übersichtskarte mit den aktuellen Entwicklungen aktualisieren wir täglich hier.
  • Russische oder ukrainische Angaben zum Kriegsverlauf sowie zur Zahl Verletzter und Getöteter lassen sich derzeit nicht unabhängig verifizieren.
  • Neben eigenen Recherchen verwenden wir auch Material der Nachrichtenagenturen dpa, AP, AFP, KNA und Reuters.
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Gebiete mit schweren Kämpfen, letzte 24h
Russische Befestigungsanlagen
Russische Kontrolle
Vortag
seit Kriegsbeginn
vor Kriegsbeginn
Zurückerobert
Vortag
seit Kriegsbeginn
Zusätzl. erobert
Quelle: Institute for the Study of War, AEI Critical Threats Project

Simon Hurtz
Simon Hurtz

USA kündigen Militärhilfen für Ukraine in Höhe von 988 Millionen Dollar an

Die USA haben weitere Militärhilfen im Wert von 988 Millionen Dollar (rund 934 Millionen Euro) für die Ukraine versprochen. Das neue Hilfspaket umfasst Drohnen, Panzer, Munition für Raketenwerfer sowie Ausrüstung und Ersatzteile für Artilleriesysteme, wie das US-Verteidigungsministerium mitteilte.

Die USA sind derzeit der größte finanzielle und militärische Unterstützer der Ukraine in ihrem Kampf gegen die russischen Invasionstruppen. Der designierte US-Präsident Donald Trump, der am 20. Januar sein Amt antritt, steht den Milliardenhilfen für die ukrainische Armee jedoch kritisch gegenüber.

Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, die Unterstützung für Kiew im Abwehrkrieg gegen Russland massiv zu kürzen. Er hatte auch mehrfach versichert, den Krieg in der Ukraine schnell zu beenden, ohne Angaben dazu zu machen, wie dies geschehen soll. Die Regierung des scheidenden US-Präsidenten Joe Biden will der Ukraine vor der Amtsübergabe an Trump noch möglichst viel Unterstützung zukommen lassen.
Lennart Jerke
Lennart Jerke

Treffen zwischen Trump, Macron und Selenskyj in Paris

Die Staatschefs der Ukraine und Frankreich, Wolodymyr Selenskyj und Emmanuel Macron, sowie der designierte US-Präsident Donald Trump sind im Pariser Élysée-Palast zu einem gemeinsamen Gespräch zusammengekommen. Zuvor hatten sich Trump und Macron zu zweit getroffen.

Selenskyj veröffentlichte Bilder des Treffens bei X und schrieb, es sei ein "gutes und produktives" Treffen gewesen. Trump sei, "wie immer", entschlossen gewesen. Er danke ihm und Macron für das Treffen, schrieb der ukrainische Präsident. Mit Trump habe er sich darauf geeinigt, weiter miteinander zu arbeiten und in Kontakt zu bleiben. "Wir alle wollen, dass dieser Krieg so bald wie möglich auf eine gerechte Weise enden wird", schrieb Selenskyj.

Trump und Selenskyj sind derzeit zur Wiedereröffnung der Kathedrale Notre-Dame in Paris.
Alexander Eydlin
Alexander Eydlin

Ukraine erhält weitere F-16-Flugzeuge

Die ukrainische Luftwaffe hat weitere Kampfjets des Typs F-16 erhalten. Aus Dänemark sei "eine zweite Partie" in der Ukraine eingetroffen, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X.
Wolodymyr Selenskyj und Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen in einem F-16-Cockpit in Dänemark, August 2023
Wolodymyr Selenskyj und Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen in einem F-16-Cockpit in Dänemark, August 2023. Sergei Gapon/AFP/Getty Images
Um wie viele Flugzeuge es sich handelte, teilte er nicht mit. Dänemark hat der Ukraine insgesamt 19 Kampfjets zugesagt und mutmaßlich sechs bereits geliefert, auch aus den Niederlanden erhielt die Ukraine schon mehrere F-16-Flugzeuge. Von mehr als 90 Maschinen des Typs, die neben den Niederlanden und Dänemark auch Norwegen und Belgien bereitstellen wollen, dürften somit jetzt knapp 20 in der Ukraine sein.

Eine der Maschinen verlor die Luftwaffe des Landes Ende August bei einem Kampfeinsatz. Die Ukraine nutze die F-16-Jets derzeit beim Verteidigen ihres Luftraums gegen russische Marschflugkörper, schrieb Selenskyj auf X.

Bis Jahresende soll die Ukraine neben den F-16-Maschinen einige französische Kampfjets des Typs Mirage erhalten. Die ukrainische Luftwaffe, die bislang hauptsächlich sowjetische Kampfjets nutzt, verlor seit Kriegsbeginn Dutzende Flugzeuge.
Christina Felschen
Christina Felschen

Russische Soldaten rücken weiter auf Städte in Donezkregion vor

In Torezk, vor Pokrowsk und rund um Kurachowe: Bei ihrem Versuch, ukrainische Städte in der Donezkregion einzunehmen, sind russische Truppen an mehreren Stellen vorangekommen. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Institute for the Study of War (ISW) hervor.

Geolokalisiertes Videomaterial zeigt demnach, dass sie einen Ort wenige Kilometer südlich der strategisch wichtigen Industrie- und Bergbaustadt Pokrowsk eingenommen haben. E

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Luis Kumpfmüller
Luis Kumpfmüller

Zahl der Toten nach russischen Angriffen gestiegen

Nach Angriffen auf die ukrainischen Städte Saporischschja und Krywyj Rih im Südosten des Landes ist die Zahl der Toten weiter gestiegen. Bei dem Angriff mit einer russischen Gleitbombe wurden in Saporischschja zehn Menschen getötet, davon acht in ihren Autos. Das teilten die Einsatzkräfte mit.

Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Vorabend von neun Toten gesprochen. Insgesamt gab es den Behörden zufolge 24 Verletzte, darunter drei Kinder im Alter von vier Monaten bis elf Jahren. Die Bombe habe eine Autowerkstatt getroffen und Teile der Stromversorgung lahmgelegt, teilte der Gouverneur von Saporischschja mit.

In Krywyj Rih haben Einsatzkräfte laut örtlichen Behörden eine dritte Leiche aus den Trümmern eines getroffenen Gebäudes geborgen. Bei dem Raketenangriff waren zudem 17 Menschen verletzt worden, darunter ein Kind.
Leonardo Pape
Leonardo Pape

Olaf Scholz optimistisch hinsichtlich Ukraine-Verständigung mit Trump

Bundeskanzler Olaf Scholz zeigt sich optimistisch über eine mögliche Verständigung mit Trump über das weitere Vorgehen im Ukrainekrieg. "Mit dem künftigen US-Präsidenten habe ich bereits ausführlich telefoniert, und wir sind auch im direkten Austausch mit seinen Verantwortlichen für Sicherheitspolitik. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine gemeinsame Strategie für die Ukraine entwickeln können", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Auf die Frage, ob die Ukraine für eine Waffenruhe Gebiete abtreten müsse, entgegnete er, es dürfe nichts über die Köpfe der Ukrainerinnen und Ukrainer hinweg entschieden werden. 

Deutschland werde in Europa der mit Abstand stärkste Unterstützer der Ukraine bleiben, sagte Scholz. "Wichtig ist, dass das Töten bald ein Ende hat und die Unabhängigkeit und Souveränität der Ukraine gewährleistet bleibt." 
Leonardo Pape
Leonardo Pape

Ukraine meldet mindestens neun Tote bei Angriff auf Saporischschja

Bei einem russischen Angriff auf die südukrainische Stadt Saporischschja sind ukrainischen Angaben zufolge mindestens neun Menschen getötet worden. Die Rettungsdienste teilten im Messengerdienst Telegram mit, 24 weitere Menschen seien verletzt worden, darunter seien drei Kinder.
Der Gouverneur der Region Saporischschja, Iwan Fedorow, teilte auf Telegram mit, dass es sich bei den verletzten Kindern um ein vier Monate altes Mädchen sowie zwei weitere Kinder im Alter von vier und elf Jahren handele. Demnach wurden bei dem Angriff eine Autowerkstatt und eine Tankstelle in Brand gesetzt. Der Gouverneur veröffentlichte Bilder von einem Feuer und auf der Straße liegenden Trümmern.
Einige umliegende Ortschaften hätten nach dem Angriff Probleme mit der Stromversorgung, teilte er mit. 
Die südukrainische Stadt Saporischschja am Abend nach einem russischen Angriff
Die südukrainische Stadt Saporischschja am Abend nach einem russischen Angriff. dpa/Kateryna Klochko
Marlena Wessollek
Marlena Wessollek

Putin ernennt neuen Gouverneur für Region Kursk

Der russische Präsident hat den regierungsnahen Abgeordneten Alexander Chinschtein zum Gouverneur der nach ukrainischen Angaben teils von ukrainischen Truppen kontrollierten westrussischen Grenzregion Kursk ernannt. Dieser soll den bisherigen Gouverneur, Alexej Smirnow, ersetzen. Die Region brauche einen "Krisenmanager", teilte Wladimir Putin mit.

Smirnow trat russischen Angaben zufolge freiwillig zurück. Im Onlinedienst Telegram kündigte er an, er habe einen neuen Posten. Im Mai war Smirnow zum amtierenden Gouverneur ernannt und im September in sein Amt eingeführt worden.

Nach der ukrainischen Überraschungsoffensive auf Kursk im August stand Smirnow wegen seiner Auftritte bei im Fernsehen übertragenen Sitzungen wegen seines angeblich fehlenden Charismas in der Kritik. Der russische Regierungssprecher Dmitri Peskow wies die Vorwürfe von Beschwerden gegen Smirnow zurück. Putin sei der Ansicht, dass Chinschtein "besser zum Umgang mit dieser Rolle" geeignet sei, teilte Peskow mit.
Maline Hofmann
Maline Hofmann

Russland will Oreschnik-Raketen in Belarus stationieren

Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko wollen in Minsk einen gemeinsamen Vertrag über Sicherheitsgarantien unterzeichnen.
Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko wollen in Minsk einen gemeinsamen Vertrag über Sicherheitsgarantien unterzeichnen. Grigory Sysoyev/AFP/Getty Images
Die russische Regierung stellt dem verbündeten Nachbarland Belarus ballistische Raketensysteme vom Typ Oreschnik in Aussicht. Das kündigte Präsident Wladimir Putin laut amtlichen Nachrichtenagenturen an. Demnach sollen auch die russischen Streitkräfte weitere dieser Systeme erhalten. In Belarus könnten die Systeme bis Ende kommenden Jahres stationiert werden, wird Putin weiter zitiert.

Putin ist nach Belarus gereist, um einen Vertrag mit Sicherheitsgarantien für den engsten Verbündeten Russlands zu unterzeichnen. Der Schritt folgt auf die Veröffentlichung einer überarbeiteten Fassung der russischen Nukleardoktrin. Darin wird inmitten der Spannungen mit dem Westen um den Ukrainekrieg Belarus erstmals unter den russischen Nuklearschirm gestellt.

An der Seite des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko sagte Putin, das neue Dokument beinhalte einen möglichen Einsatz taktischer Nuklearwaffen, die in Belarus stationiert sind, um auf eine Aggression zu reagieren. 
Alexander Eydlin
Alexander Eydlin

Bundesregierung weist Lawrows Drohungen zurück

Die Bundesregierung zeigt sich angesichts neuer Drohungen aus Moskau unbeeindruckt. Nachdem Außenminister Sergej Lawrow erneut mit dem Einsatz neuer Waffentypen drohte, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes: "Es ist die typische Angstmache der russischen Regierung. Es ist klar: Wir lassen uns nicht einschüchtern."

Lawrow hatte zuvor dem rechtskonservativen US-Moderator Tucker Carlson in einem Interview gesagt, Russland werde "jedes Mittel einsetzen", um eine "strategische Niederlage" im Krieg gegen die Ukraine zu vermeiden. Zugleich müsse alles getan werden, um einen Atomkrieg zu verhindern. 
Außenminister Sergej Lawrow in einem Interview mit dem rechtskonservativen US-Moderator Tucker Carlson
Außenminister Sergej Lawrow in einem Interview mit dem rechtskonservativen US-Moderator Tucker Carlson. Russian Foreign Ministry/Reuters
Lawrows Drohungen folgen auf ähnliche Äußerungen des Präsidenten Wladimir Putin. Vor zwei Wochen ließ er erstmals eine Mittelstreckenrakete, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden kann, auf die Ukraine abfeuern – ohne Gefechtskopf.

Mit ähnlichen Angriffen drohte er auch Unterstützerstaaten der Ukraine.
Putin bezeichnete die Drohungen, die er allerdings schon seit Kriegsbeginn regelmäßig in ähnlicher Form ausspricht, als Reaktion auf jüngste Angriffe der Ukraine in Russland mit US-amerikanischen und britischen Marschflugkörpern.
Christina Felschen
Christina Felschen

Russische Truppen rücken rund um Kurachowe weiter vor

Die Stadt Kurachowe in der ostukrainischen Region Donezk ist bereits von drei Seiten umstellt und teilweise eingenommen, jetzt sind russische Truppen dort an zwei Stellen weiter vorgerückt. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Institute for the Study of War (ISW) hervor. Außerdem rückten russische Truppen demnach im Zentrum der umkämpften Industriestadt Torezk weiter vor.

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Rita Lauter
Rita Lauter

Auch Lawrow droht dem Westen mit Oreschnik-Raketen

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat den Westen gewarnt, dass Russland zum Einsatz aller möglichen Mittel zu seiner Verteidigung bereit sei. Die USA und ihre Verbündeten "müssen verstehen, dass wir bereit wären, jedes Mittel zu nutzen, um ihnen nicht zu ermöglichen, das zu erreichen, was sie als strategische Niederlage Russlands bezeichnen", sagte Lawrow in einem Interview mit dem umstrittenen rechten Nachrichtenmoderator Tucker Carlson.

Er hoffe, dass die westlichen Länder Russlands kürzliche Nutzung einer neuartigen Rakete in der Ukraine ernst genommen hätten, sagte Lawrow weiter: "Wir senden Signale, und wir hoffen, dass das letzte, vor ein paar Wochen, das Signal mit dem neuen Waffensystem namens Oreschnik, (…) ernst genommen wurde".

Russland hatte vor zwei Wochen seine neue Hyperschallrakete Oreschnik auf die ukrainische Stadt Dnipro abgefeuert. Der russische Staatschef Wladimir Putin drohte damit, die Waffe als Antwort auf die ukrainischen Angriffe auf russisches Territorium auf Kyjiw zu schießen. Lawrow warnte in dem Interview, dass Russland "weitere Botschaften senden" werde, wenn die USA und ihre Verbündeten "nicht die notwendigen Schlussfolgerungen" zögen.

Putin hatte gesagt, dass die Oreschnik-Rakete mit zehnfacher Schallgeschwindigkeit fliege und nicht abgefangen werden könne. Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Angriff als "jüngsten Ausbruch russischen Wahnsinns" und forderte angepasste Luftverteidigungssysteme, um der Bedrohung zu begegnen.

Lesen Sie hier ein Interview mit dem Militärexperten Frank Sauer zur russischen Oreschnik-Rakete.
Rita Lauter
Rita Lauter

Putin tauscht überraschend Gouverneur der Krisenregion Kursk aus

Wladimir Putin bei einer Videokonferenz mit dem bisherigen Gouverneur der Region Kursk im August 2024
Wladimir Putin bei einer Videokonferenz mit dem bisherigen Gouverneur der Region Kursk im August 2024. Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
Seit einer überraschenden Gegenoffensive der Ukraine im Sommer stehen Teile der russischen Grenzregion Kursk unter ukrainischer Kontrolle, jetzt räumt Staatschef Putin eine Krise ein – und zieht personelle Konsequenzen. Er ernannte den Duma-Abgeordneten Alexander Chinschtejn zum neuen Gouverneur der Region. Bei der vom Fernsehen übertragenen Ernennung sagte Putin: "Derzeit ist dort Krisenmanagement gefragt." Chinschtejn löst den bisherigen Gouverneur Alexej Smirnow ab, den Putin erst im Mai ernannt hatte.

Die Entlassung Smirnows kommt unerwartet, da er sich erst vor zwei Monaten bei der Regionalwahl unterstützt vom Kreml eine deutliche Mehrheit der Stimmen gesichert hatte. Der regierungskritische Politikwissenschaftler Abbas Galljamow schrieb auf Telegram, diese demonstrative Missachtung des Wahlergebnisses zeuge davon, dass der Kreml wisse, wie es zustande gekommen sei: Die Resultate "wurden geschönt und sind wertlos".

Chinschtejn, der seit mehr als 20 Jahren für die Kremlpartei Geeintes Russland im Parlament sitzt, hat unter anderem mit der Denunziation von Homosexuellen und politisch Andersdenkenden von sich reden gemacht. Mehrfach haben russische Behörden auf seine Anzeige hin Verfahren eingeleitet. Er gilt als gut vernetzt in den Sicherheitsorganen. Bei seiner Ernennung verwies Putin darauf, dass Chinschtejn zwei Jahre lang Berater des Chefs der Nationalgarde gewesen sei.

Russische Einheiten versuchen seit Monaten, die in die Region Kursk eingedrungenen Ukrainer wieder aus dem Land zu vertreiben. Berichten zufolge sind in der Region auch nordkoreanische Soldaten, die der mit Putin verbündete Machthaber in Pjöngjang, Kim Jong Un, entsandt hat.
David Rech
David Rech

Mehrere ukrainische Bürgermeister und Gemeindevorsteher in russischen Gefängnissen

Tausende ukrainische Zivilisten befinden sich nach Angaben der Ukraine in russischer Gefangenschaft. Unter ihnen seien mindestens sechs Bürgermeister und Gemeindevorsteher, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einer Videoansprache für eine Menschenrechtskonferenz in Kyjiw. 3.767 Ukrainer, dabei vor allem Kriegsgefangene, seien bislang aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt.

Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez sprach auf der gleichen Konferenz von mehr als 16.000 in russischer Haft befindlichen Zivilisten. "Die Zahl wird wesentlich größer, wenn wir die ukrainischen Gebiete befreien", sagte Lubinez. Erst dann sei eine Überprüfung vor Ort möglich.

Selenskyj erinnerte in seiner Rede an das Schicksal des Bürgermeisters der Stadt Dniprorudne im südukrainischen Gebiet Saporischschja, Jewhenij Matwjejew. "Er wurde im März 2022 gefangen genommen, als er den Menschen seiner Gemeinde helfen wollte", sagte der Präsident. Matwjejew war zu Beginn des Krieges bekannt geworden, als er sich einer russischen Panzerkolonne entgegenstellte. Seine Leiche ist nach Angaben des Gebietsgouverneurs von Saporischschja, Iwan Fedorow, kürzlich an die Ukraine übergeben worden. 
David Rech
David Rech

Polnisches Generalkonsulat in St. Petersburg muss schließen

Russland schließt das polnische Generalkonsulat in St. Petersburg. Die drei diplomatischen Mitarbeiter der Vertretung seien zu unerwünschten Personen erklärt worden und müssten das Land zum 10. Januar verlassen, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Dieser Schritt sei eine Antwort auf die Schließung des russischen Generalkonsulats in Posen durch das polnische Außenministerium Ende November. 
Der polnische Außenminister Radosław Sikorski
Der polnische Außenminister Radosław Sikorski. Omar Marques/Getty Images
"In den vergangenen Jahren haben die polnischen Behörden eine offen russlandfeindliche Politik verfolgt und die über viele Jahrzehnte aufgebaute Architektur der russisch-polnischen Beziehungen fast vollständig demontiert", teilte das russische Außenministerium mit.

Polens Außenminister Radosław Sikorski sagte, Polen nehme die Schließung des Generalkonsulats mit "würdevoller Gleichgültigkeit" zur Kenntnis. "Wir verüben in Russland keine Brandstiftung oder Sabotage. Aber jeder weiß, was für ein Land Russland ist." Daher komme der Schritt nicht unerwartet. Sikorski hatte die Schließung der russischen Vertretung in Posen seinerzeit damit begründet, er habe Informationen, wonach Russland hinter Sabotageversuchen in Polen und verbündeten Ländern stecke.