10,4 Prozent sind dem bisherigen Wirtschaftsminister Thomas Jurk offenbar zu wenig, obwohl das SPD-Ergebnis der Landtagswahl 2009 geringfügig besser ausfiel als bei der Wahl 2004. Dennoch legte der 47-Jährige am Montag sein Amt als Landesparteichef nieder.

"Der Wahlkampf war auf mich zugeschnitten, ich übernehme daher auch die Verantwortung für das Wahlergebnis", schrieb Jurk in einer Erklärung.

Seit 2004 hatte er an der Spitze der Sozialdemokraten des Freistaates gestanden. Er war in der schwarz-roten Koalition Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident.

Er werde seinen Stellvertreter Rolf Schwanitz bitten, kommissarisch den Landesverband zu führen, schrieb Jurk. Einen neuen Landesvorsitzenden solle im Oktober ein Sonderparteitag wählen. Als seinen Nachfolger schlug er Fraktionschef Martin Dulig vor.

Im Zuge der Regierungsbildung wäre Jurk wohl nur der Weg in die Opposition geblieben. Nachdem die FDP bei der Landtagswahl am Sonntag um fast sechs Prozentpunkte deutlich zugelegt hatte, wird eine schwarz-gelbe Koalition unter dem bisherigen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) wahrscheinlich. Beide haben 72 der 132 Sitze im sächsischen Landesparlament inne.

Zwar errang die SPD ebenso viele Mandate wie die Liberalen, die politischen Ziele der FDP decken sich jedoch stärker mit denen der CDU. Tillich hatte schon vor der Wahl eine Regierung mit der FDP als Wunsch bezeichnet. Wie es in Dresden heißt, dürfte die Regierungsbildung schnell vorankommen.

Zu den Gewinnern der Wahl gehörten auch die Grünen, die ihr bestes Ergebnis seit 1990 holten. Die resolute Spitzenkandidatin Antje Hermenau nahm das als Bestätigung für gute Oppositionsarbeit. Die Linkspartei als größte Kraft scheint dagegen mit 20 Prozent an der Grenze ihres Wachstums angekommen.