Die Geheimdienstakten zum Mordfall Siegfried Buback bleiben gesperrt und dürfen damit nicht in einem Prozess gegen die frühere Ex-Terroristin Verena Becker verwendet werden. Zwar erlaubte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, dass der Bundesanwaltschaft die erbetenen Akten und weitere für das Ermittlungsverfahren relevante Unterlagen übersendet werden. Den Antrag der Ermittler, den Sperrvermerk aufzuheben, lehnte der CDU-Politiker aber ab.

Das Ministerium begründete seine Entscheidung mit der zugesicherten Vertraulichkeit. Der Schutz von Quellen sei für den Verfassungsschutz ein hohes Gut. Die angebotene Akteneinsicht ermögliche der Generalbundesanwaltschaft zu beurteilen, "ob daraus Ansätze für die laufenden Ermittlungen gewonnen werden können", erklärte Schäuble.

Sollte die Bundesanwaltschaft Unterlagen verwerten wollen, werde das Ministerium eine Freigabe nochmals prüfen, "ob die für eine wirksame nachrichtendienstliche Tätigkeit des Verfassungsschutzes bei der Gewinnung und Führung von Quellen unerlässliche Vertraulichkeit ausnahmsweise zurückgestellt werden kann".

Generalbundesanwalt Siegfried Buback und zwei seiner Begleiter wurden am 7. April 1977 in Karlsruhe durch die Rote Armee Fraktion (RAF) ermordet. Die genauen Umstände der Tat wurden nie geklärt. Neue Erkenntnisse legen den Verdacht nahe, dass Becker an der Tat beteiligt gewesen war. Ende August wurde die 51-Jährige festgenommen und am Dienstag schließlich in ein Gefängnis in Berlin verlegt.