Von den rund 200 Delegierten auf dem Sonderparteitag der CDU in Dresden votierte nur einer gegen den Vertrag. Die Zustimmung für das 57 Seiten starke Papier galt als Formsache. Die CDU konnte sich bei den zweiwöchigen Verhandlungen in allen für sie wesentlichen Punkten durchsetzen. Die FDP berät am Montag über den Vertrag. Beide Parteien wollten mit einer schnellen Einigung ein Signal für den Bund senden.

Die Zufriedenheit der CDU mit der Koalitionsvereinbarung ließ sich auch an Äußerlichkeiten festmachen: Schon nach rund zwei Stunden endete der Sonderparteitag. Partei- und Regierungschef Stanislaw Tillich sagte über den Vertrag, in ihm stecke sehr viel CDU. Er bezifferte die Verteilung der Inhalte auf 80 zu 20 für die CDU und sprach von einem guten Verhandlungsergebnis: "Hier gibt es nur Sieger und keine Verlierer."

Tillich kündigte in seiner einstündigen Rede an, dass die sächsische CDU künftig mehr bundespolitische Akzente setzen will. Das Ergebnis der Landtagswahl habe die Stellung der sächsischen Christdemokraten gestärkt. "Jetzt ist der Tag gekommen, an dem wir uns auf bundespolitischer Ebene wieder stärker einbringen können und das wollen wir auch", sagte Tillich.

CDU-Fraktionschef Steffen Flath warf den Linken vor, eine schnelle Konstituierung des Landtages stören zu wollen. Hintergrund ist ein Streit um den Termin der ersten Sitzung. Die schwarz-gelbe Koalition wünschte sich dafür den kommenden Donnerstag (24. September). Die Linken meldeten wegen der kurzen Ladungsfrist jedoch rechtliche Bedenken an. Letztlich muss Alterspräsidentin Edith Franke (Linke) entscheiden. Sie bat sich Bedenkzeit aus.

Die CDU war bei der Landtagswahl am 30. August trotz leichter Einbußen mit 40,2 Prozent stärkste Kraft geblieben. Die FDP erreichte mit Spitzenkandidat Holger Zastrow 10,0 Prozent. Rechnerisch wäre auch eine Fortsetzung der CDU/SPD-Koalition möglich gewesen. Die CDU hatte sich jedoch auch mit Blick auf das angestrebte schwarz-gelbe Bündnis im Bund auf die FDP als Koalitionspartner festgelegt.