Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei einer Wahlkampfveranstaltung in Oldenburg vor einer Zusammenarbeit zwischen SPD und der Linken gewarnt. "Wir müssen jedes Experiment im Bund verhindern und auf stabile Verhältnisse in Deutschland setzen". Die Rede von Merkel vor 4500 Zuhörern wurde von zahlreichen Protestrufen Autonomer begleitet. Sie forderten "Weg mit Hartz 4" und "Mindestlohn 10 Euro". Am Ende des Auftritts flogen Eier auf die Bühne. Die Polizei stellte die Personalien von zwei mutmaßlichen Eierwerfern fest.

Die SPD habe sich bei der knappen Wahl von Bundespräsident Horst Köhler im Mai als unsicher erwiesen, sagte Merkel am Freitag in Oldenburg. Auch die rot-rote Landesregierung in Berlin zeige sich in desolater Lage.

Zuvor hatte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) eine negative Bilanz für die Länder gezogen, in denen Die Linke an der Regierungsarbeit beteiligt war oder ist. In keinem anderen Bundesland sei die Arbeitslosigkeit höher als in Berlin. Die von Medien als Teflon-Wahlkampf bezeichnete Strategie der CDU sei richtig, sagte Wulff: "Teflon ist ein wichtiger Werkstoff der Luft- und Raumfahrttechnik. Bei Angela Merkel brennt nichts an."

Am Rande der Wahlveranstaltung protestierten mit Traktoren angereiste Milchbauern gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung. Auf Transparenten forderten sie faire Preise für Milch.