Die Zahlen teilte die Polizei am Sonntag auf einer Pressekonferenz mit. Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) sprach von einem "enormen Gewaltpotenzial" und lobte den Einsatz der Beamten. Man sei konsequent eingeschritten, als es zu Straftaten kam.

Nach einem zunächst friedlichen links-alternativen Straßenfest am Samstag war es in der Nacht im Schanzenviertel der Hansestadt zu Ausschreitungen gekommen. Ein Großaufgebot von Polizisten habe die Veranstaltung vor dem Autonomentreff Rote Flora geräumt, als eine Gruppe von etwa 200 Personen eine Polizeiwache angriff, berichtete Einsatzleiter Peter Born am Sonntag. Die Polizisten setzte Wasserwerfer ein, Randalierer bewarfen die Beamten daraufhin mit Flaschen sowie Steinen und bauten Barrikaden.

Bei der Attacke auf die Wache zerstörten die Angreifer sechs Fenster und warfen Böller in das Gebäude, nachdem sie einen für die Verkehrspolizisten angegriffen hatten.

Auf einer Kreuzung attackierte eine Gruppe von etwa 100 Menschen vorbeifahrende Autos mit Steinen. Zudem wurden die Scheiben mehrerer Läden eingeschlagen, ein Computergeschäft geplündert, sechs Autos angezündet und weitere demoliert. Der Einsatzleiter sprach von einem "gewaltbereiten Mob - anders kann man das nicht nennen".

Nach Angaben Borns kam es sowohl am Freitagabend als auch am frühen Sonntagmorgen zu massiven Angriffen von Randalierern auf unbeteiligte Passanten. Zudem seien rund um das Schanzenviertel offensichtlich willkürlich sechs Autos und ein Carport angezündet worden. Auch Verkehrspolizisten, die mit dem eigentlichen Geschehen nichts zu tun hatten, seien ein bevorzugtes Ziel von Randalierern gewesen.

Mehrere schwarz gekleidete und vermummte Personen hätten am frühen Sonntagmorgen einen Polizisten beim Regeln des Verkehrs angegriffen und ihn durch die Stadt gejagt, sagte Polizeisprecher Ralf Meyer.