Er habe in den mehr als fünf Monaten eine große Verantwortung getragen, die ihm mehrfach schwierige Entscheidungen abgefordert hätten. Das sagte Klein der Bild am Sonntag. «Ich habe mir jede einzelne dieser Entscheidungen - auch bei angeforderten Luftunterstützungen - niemals leichtgemacht, um diese auch im Nachhinein vor meinen Soldatinnen und Soldaten, den afghanischen Menschen und meinem Gewissen verantworten zu können.» sagte er weiter. Es ist das erste Mal, seit dem Luftangriff, dass sich der Bundeswehr-Oberst öffentlich zu seiner Entscheidung äußert.

Klein, der das zivil-militärische Wiederaufbauteam der Internationalen Schutztruppe Isaf in Kundus befehligt, zeigte jedoch Verständnis für die Untersuchungen des Vorfalls. Er hatte am Freitag vergangene Woche den Luftschlag auf zwei von den Taliban entführte Tanklastzüge angeordnet. "Ich halte es für unbedingt notwendig und richtig, dass solche Untersuchungen durchgeführt werden, wenn Menschen ums Leben gekommen sind", sagte er. "Jeder gefallene Isaf-Soldat und jeder getötete Zivilist ist einer zu viel."

Am Sonntag will eine Kommission des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai ihre Untersuchungsergebnisse vorlegen. Die ARD berichtet, bei dem Luftangriff seien auch Zivilisten getötet worden. Eine Zahl der Opfer wurde nicht genannt.

Bundeswehr Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan hatte die Anordnung Kleins zur Bombardierung zweier Tanklastwagen in Afghanistan bereits am Samstag öffentlich verteidigt. Der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte er, er gehe davon aus, dass die Entscheidung des Oberst, die entführten Tanklaster aus der Luft zerstören zu lassen, "erst nach sorgfältiger Beurteilung der Gesamtlage und in der Absicht getroffen wurde, erheblichen Gefahren für die eigenen und verbündeten sowie für die afghanischen Sicherheitskräfte zuvorzukommen".

Schneiderhahn sagte der Zeitung weiter, er habe sich bereits im Frühjahr in Afghanistan mit Klein und seinen Soldaten ausführlich über die Gefahren des Einsatzes unterhalten. "Die Professionalität, mit der unsere Soldaten und Soldatinnen gerade unter ständiger Bedrohung und in ungewisser Lage handeln, hat mich beeindruckt."