Rund um die Festwiese des Oktoberfests hat die Polizei die Straßen gesperrt. Nur Wiesn-Lieferanten, Anwohner oder andere Berechtigte dürfen einfahren. Neben den Fahrzeugkontrollen sind auch mehr Personenkontrollen vorgesehen. Dabei sollen vor allem Rucksäcke und größeres Gepäck genau unter die Lupe genommen werden. Auch Taxifahrer dürfen die Theresienwiese nur noch an einer Stelle anfahren. Die bisherigen Taxistände wurden aufgelöst. Außerdem wurden rund um das Festgelände zusätzliche Halteverbote eingerichtet.

Die Maßnahme stehe im Zusammenhang mit den im Internet aufgetauchten Drohvideos gegen Deutschland, die Bilder von deutschen Großstädten und auch des Oktoberfests in München zeigten. Es gebe zwar derzeit keinerlei konkrete Hinweise auf Anschläge in Deutschland. Dennoch habe sich die Gefährdungslage verschärft.

Zudem hatte der mutmaßliche Al-Qaida-Terrorist Bekkay Harrach mit einem "bösen Erwachen" in Deutschland nach der Bundestagswahl gedroht, falls die Bundeswehr nicht aus Afghanistan abgezogen würde. Es gebe bisher aber keinerlei Hinweise auf konkrete Anschlagspläne, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Auch wenn es keinen Grund für Panik gebe, könne man die im Raum stehenden Drohungen und die erhöhte "Gefährdungslage" nicht einfach beiseite schieben. Mit bestmöglicher Vorsorge wolle man den Bürgern ermöglichen, "ruhigen Gewissens die Wiesn zu besuchen und sich die Maß schmecken zu lassen". Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) nannte die verschärften Maßnahmen den "einzig gangbaren Weg".

Derweil wurden zwei in München lebende mutmaßliche Islamisten in Polizeigewahrsam genommen, wie Münchens Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer am Montag mitteilte. Den Männern würden keine Straftaten vorgeworfen. Es handele sich um eine rein vorbeugende Maßnahme. Hintergrund sei, dass in zwei Droh-Videos auch auf das Münchner Oktoberfest Bezug genommen wurde, sagte Herrmann.

Die zwei Männer sind nach Angaben Schmidbauers der islamistisch-extremistischen Szene zuzurechnen. Beide hätten früher zu dem aus Bonn stammenden Bekkay Harrach Kontakt gehabt, der eine direkt, der andere indirekt über seinen Bruder. Die zwei Männer sollen bis zum Ende des Oktoberfestes am 4. Oktober in Gewahrsam bleiben. Dies sei richterlich bestätigt worden, sagte Schmidbauer. Das bayerische Polizeigesetz bietet dazu die rechtliche Grundlage.