Es knistert vor dem TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Frank-Walter Steinmeier. Bislang vermied es die Kanzlerin tunlichst, den Namen ihres Herausforderers und Vizekanzlers im Wahlkampf zu gebrauchen. Mit dessen Wahlkampf-Programm setzte sie sich bisher öffentlich nicht auseinander.

Nun aber, wenige Stunden vor dem TV-Duell zwischen der Kanzlerin und dem SPD-Kanzlerkandidaten, setzte sich der Generalsekretär der CDU-Chefin, Ronald Pofalla, kritisch mit Steinmeier auseinander. Dieser habe ein "massives Glaubwürdigkeitsproblem", sagt er dem Hamburger Abendblatt.

Die Unglaubwürdigkeit Steinmeiers machte Pofalla an zwei Punkten fest. Erstens koalitionspolitisch: "In Sachen Linkspartei versucht er die Menschen einzulullen mit seinem Mantra: In den Ländern ja, im Bund nein. Dabei entscheiden die Länder über den Bundesrat in rund 40 Prozent aller Fälle über Bundesgesetze mit."

Zweitens äußerte Pofalla Kritik am Deutschlandsplan der SPD. Steinmeiers Ankündigungen wie das Schaffen von vier Millionen Arbeitsplätzen seien "Märchenstunde pur".

Die SPD setzte dagegen darauf, dass Steinmeier die besseren Ideen habe als seine Gegnerin, die Kanzlerin. "Er wird überzeugen und gewinnen", sagte der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering dem Tagesspiegel. Steinmeier werde es gelingen, die Menschen "von seinen Inhalten, seinen Zielen und seiner Person" zu überzeugen.

Der Kandidat selbst räumte ein, vor der Sendung vermutlich ein wenig nervös zu sein. Es ist sein erstes derartiges Duell. Gleichwohl sei er sicher, dass es für die Zuschauer "eine spannende Diskussion" werde, sagte er dem Münchner Merkur. Natürlich werde er "Unterschiede deutlich machen". Nämlich: "Unterschiede zwischen den Personen und den Programmen der Parteien. Und diese Unterschiede sind gravierend", sagte der SPD-Kanzlerkandidat.

Merkel und Steinmeier treffen am Sonntagabend in ihrem einzigen Fernsehduell des Bundestagswahlkampfes aufeinander. In der 90-minütigen Sendung wollen die Amtsinhaberin und ihr Herausforderer möglichst viele der noch unentschlossenen Wähler für sich gewinnen.