Die Financial Times Deutschland berichtete am Mittwoch, enge Berater von Angela Merkel sowie die Kanzlerin selbst hätten dem neuen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) empfohlen, Asmussen im Amt zu belassen. Schäuble selbst habe sich dazu bislang nicht äußern wollen.

Asmussen ist für die Bankenaufsicht sowie die internationale Finanzpolitik zuständig. Er gilt als einer der wichtigsten Akteure bei der Bekämpfung der Finanzkrise in den vergangenen Monaten. Der 42-Jährige sitzt in etlichen Krisenbekämpfungsgremien, wie etwa im Lenkungsausschuss des Finanzmarktstabilisierungsfonds SoFFin und im Lenkungsausschuss des Deutschlandsfonds zur Rettung krisenbedrohter Firmen in Handel und Güterwirtschaft.

Asmussen ist darüber hinaus eine zentrale Figur im Rahmen der internationalen Bemühungen, die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise in den Griff zu bekommen. Er ist für Deutschland maßgeblich beteiligt an der Vorbereitung von G-8- und G-20-Gipfeln und Chefvorbereiter Deutschlands für die Finanzministertreffen in diesen internationalen Foren.

Der Diplom-Volkswirt Asmussen ist SPD-Mitglied und trat 1996 ins Finanzministerium ein. Gut drei Jahre lang war er Leiter des Ministerbüros und Persönlicher Referent von Finanzminister Hans Eichel (SPD). Mitte 2008 wurde er von dessen Nachfolger Peer Steinbrück (SPD) zum Staatssekretär berufen und galt als einer seiner engsten Vertrauten.

Der neue Koalitionspartner der Union, die FDP, hatte Asmussen in der Vergangenheit vor allem wegen seiner umstrittenen Rolle bei der Beinahe-Pleite der Hypo Real Estate hart angegangen. Aus ihrer Sicht hatte der Staatssekretär als Regierungsvertreter zu spät eingegriffen und zudem schlecht mit den Großbanken über eine mögliche Rettung verhandelt. Kritiker werfen ihm zudem vor, früher ein Verfechter des Deregulierungskurses am Finanzmarkt gewesen zu sein.