Aus Verärgerung über die harte Position der CDU und den Verhandlungston unterbrach die FDP am heutigen Dienstagmittag die Gespräche. Auslöser war die Postenverteilung in der künftigen Regierung und damit verbundene atmosphärische Störungen.

Die CDU beharrt darauf, dass die FDP nur zwei statt der geforderten drei Ressorts bekommen soll. Dabei ging es offenkundig maßgeblich um den Ton. Der neue CDU-Fraktionsvorsitzende Christian von Boetticher wurde mit den Worten zitiert: "Wir geben euch zwei (Ministerien, d. Red.)."

Aus der FDP-Spitze hieß es daraufhin, die CDU habe der FDP nichts zu "geben". Beide Seiten verhandelten auf Augenhöhe. Die von der CDU gewählte Form der Auseinandersetzung sei keine Grundlage, um fünf Jahre lang gemeinsam erfolgreich Probleme zu lösen. "Wir haben nicht die Absicht, Koalitionen mit Machtspielchen zu beginnen - im Gegensatz zu anderen", sagte FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. Eine neue Koalition könne nur "gemeinsam zum Erfolg" finden.

Mit fast 15 Prozent der Stimmen hat die FDP bei der Landtagswahl am 27. September eine schwarz-gelbe Mehrheit im Parlament gesichert, entsprechend selbstbewusst waren sie in die Koalitionsverhandlungen gegangen.

Die CDU reagierte mit Unverständnis. "Das ist doch Tüdelkram", sagte Carstensen zur FDP-Kritik. Die FDP lasse die Muskeln spielen, heißt es aus der CDU. Schließlich hätten die Liberalen bei den Verhandlungen im Schlüsselbereich Bildung Federn lassen müssen. Die Liberalen streben in der neuen Regierung die Ministerien Bildung, Wirtschaft und Justiz an.

Beobachter aus Kiel betonen jedoch, die Spannungen zwischen FDP und Union seien nicht unüberwindbar. Vermutlich werden beide Parteien morgen wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Es räche sich jetzt eben, dass die Koalitionsverhandlungen in Kiel in einem extrem schnellen Tempo abgewickelt worden seien, heißt es.

Beide Parteien wollen ihre Gespräche aber trotz der Unterbrechung am kommenden Samstag abschließen und Carstensen am 27. Oktober zum Regierungschef wiederwählen.