Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Hoffnung geäußert, dass der Tod des Fußballnationalspielers Robert Enke vielen Menschen die Möglichkeit gebe, offener über Ängste und psychische Erkrankungen zu sprechen. Der ZEIT sagte sie: "Wenn man krank ist oder etwas nicht kann, sollte man es ruhig sagen."

Der Tod des Torwarts, der an Depressionen litt, habe deshalb so viele Menschen berührt, "weil sich an einem berühmten Beispiel etwas zeigt, wovor viele Angst haben und was viel öfter passiert, als wir es uns vor Augen führen". Sie hoffe, dass nun "Mitmenschen Verständnis für diese Krankheit entwickeln und sie nicht stigmatisieren".

Merkel räumte ein, dass auch in der Politik psychische Erkrankungen tabuisiert würden: "Die Politik ist immer ein Spiegel der Gesellschaft – einer Gesellschaft, in der über psychische Erkrankungen generell nicht offen gesprochen wird. Aber auch in der Wirtschaft nicht, gerade dort also, wo Menschen sehr hohem Stress ausgesetzt sind."

Dabei seien die "graduellen Unterschiede zwischen gesund und krank" sehr klein: "Da machen wir uns in der Gesellschaft etwas vor." Merkel sagte, auch sie selbst habe das Gefühl, möglichst stark erscheinen zu müssen: "Besser ist es. Dann habe ich weniger Ärger." Wenn ihr auf der Regierungsbank mal die Augen zufielen, "habe ich viel Nacharbeit zu leisten".