Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die 57-Jährige frühere Terroristin der Rote Armee Fraktion (RAF) war Ende August verhaftet worden – unter dem dringenden Verdacht, als Mittäterin am Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seinen beiden Begleitern im Jahr 1977 beteiligt gewesen zu sein.

Die Bundesanwaltschaft hat beantragt, die Beschwerde Beckers abzulehnen. Der dringende Tatverdacht bestehe nach wie vor, zudem sei von Fluchtgefahr auszugehen, teilte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft mit. Nun muss der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof (BGH) entscheiden. Sollte er eine Freilassung Beckers ablehnen, ist der 3. BGH-Strafsenat zuständig.

Gegen Becker wird bereits seit April 2008 wegen einer möglichen Beteiligung am Buback-Attentat ermittelt. Zwar war sie vergangenes Jahr von dem Verdacht entlastet worden, selbst als Todesschützin auf dem Tatmotorrad gesessen zu haben; DNA-Spuren konnten diesen vor allem von Michael Buback, dem Sohn des Opfers, erhobenen Vorwurf nicht erhärten.

Allerdings sind nun an den damaligen Bekennerschreiben ihre DNA-Spuren entdeckt worden. Zudem wurden bei einer Hausdurchsuchung schriftliche Unterlagen gefunden, in denen sie sich mit ihrer früheren Rolle in der RAF auseinandersetzt. Darunter war laut FAZ auch ein Zettel mit dem Satz: "Natürlich würde ich es heute nicht wieder machen" – versehen mit dem Jahrestag des Buback-Mordes.

Nach wie vor nicht gerichtlich verwertbar sind dagegen Akten des Bundesamts für Verfassungsschutz. Dort sind Aussagen Beckers aus den achtziger Jahre dokumentiert. Das Bundesinnenministerium prüft noch, ob die aus Gründen des Informantenschutzes gesperrten Akten freigegeben werden können.

Becker war einen Monat nach dem Attentat vom 7. April 1977 festgenommen und wegen einer Schießerei bei der Festnahme verurteilt worden. Wegen des Bubacks-Attentats wurde sie bisher nicht angeklagt.