Bundespräsident Horst Köhler kritisiert in seiner Weihnachtsansprache die Finanzbranche und ruft die Verantwortlichen der Finanzkrise zur "Einkehr" auf. Die Maßlosigkeit der Finanzakteure und Mängel in der staatlichen Aufsicht hätten die Welt in eine tiefe Krise gestürzt.

Köhler fordert strengere Gesetze für den Bankensektor. Notwendig sei die Einsicht, dass Geld den Menschen dienen müsse und sie nicht beherrschen dürfe. Die Finanzbranche müsse deshalb mehr Verantwortung für das Allgemeinwohl übernehmen. 

Er denke auch an die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan, sagte Köhler, seine guten Wünsche seien "bei ihnen und auch bei den Landsleuten, die sich fern der Heimat im Dienst der Polizei oder der Hilfsorganisationen für Sicherheit und friedlichen Aufbau einsetzen".

Vor dem Hintergrund des Amoklaufs in Winnenden mahnte Köhler zudem eine "Kultur der Achtsamkeit" an. Taten wie diese und die des zu Tode geprügelten Münchners Dominik Brunner seien eine Aufforderung, "nachzudenken über uns selbst und wie wir zusammenleben". In Winnenden hatte ein 17-Jähriger im März 15 Menschen und anschließend sich selbst getötet. Im September wurde an einem Münchner S-Bahnhof der 50-jährige Brunner von jugendlichen Schlägern zu Tode geprügelt, nachdem er sich schützend vor einige Kinder gestellt hatte.

Die Weihnachtsansprache wird am 25. Dezember um 20.10 Uhr im ARD ausgestrahlt.