Die bayerische Polit-Rebellin Gabriele Pauli, immer wieder für Eskapaden gut, muss sich jetzt eines Aufstands in ihrer eigenen Partei erwehren. Nach dem Rücktritt des stellvertretenden Bundesvorsitzenden Josef Brunner wenden sich auch andere von ihr ab. Zusammen mit weiteren Mitgliedern fordere Brunner in einem Brief an Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sogar das Verbot der Partei, berichtet Der Spiegel. Begründung: Die Satzung der Partei sei in mehreren Punkten verfassungswidrig. Außerdem verstoße sie gegen das Parteiengesetz.

Brunner und zwei Gefolgsleute sowie der Bundesschriftführer Daniel Schreiner stufen die Freie Union in dem Schreiben als "verfassungsfeindliche Partei" ein, gegen die der Minister vorgehen müsse. Die vier Abtrünnigen werfen der Chefin diktatorische Anflüge vor. So habe Pauli in einer Sitzung des Bundesvorstands verkündet: "Ich bin die Partei."

Pauli reagierte prompt und gewohnt autoritär: Die vier Aussteiger wurden vorläufig von ihren Ämtern suspendiert und ihrer Mitgliederrechte enthoben.

Nach ihrem Rauswurf bei den Freien Wählern hatte Gabriele Pauli am 21. Juni die Freie Union gegründet. Am 17. Juli billigte der Bundeswahlausschuss der Union einen Parteistatus zu. Für bundesweites Aufsehen hatte sie 2007 gesorgt, als sie maßgeblich zum Sturz des damaligen baerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber beitrug.