Der neue Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Stefan Mappus (CDU), beruft eine Wirtschaftsprofessorin zur Kultusministerin. Marion Schick, bisher Vorstandsmitglied der Fraunhofer-Gesellschaft, solle das Amt von Helmut Rau (CDU) übernehmen, teilte das Staatsministerium in Stuttgart mit. Der in den eigenen Reihen kritisierte Rau soll Mappus künftig als Staatsminister in der Regierungszentrale unterstützen.

Schick war von 2000 bis 2008 Präsidentin der Fachhochschule München. Zudem hat die 51-Jährige bereits die bayerische Landesregierung in Zukunftsfragen beraten und wirkte auch wesentlich an einem Papier für eine umfassende Schulreform in Bayern mit. Auf sie kommt die Herausforderung zu, den Konflikt um die baden-württembergische Bildungspolitik zu lösen.

Zudem tauscht Mappus den Hausherr im Agrarministerium aus – Amtsinhaber Peter Hauk übernimmt künftig den Vorsitz der CDU-Landtagsfraktion, sein Nachfolger wird der bisherige Verkehrsstaatssekretär Rudolf Köberle (CDU). Die neuen Regierungsmitglieder sollen am morgigen Mittwoch vom Landtag in Stuttgart bestätigt und danach vereidigt werden.

Weiterhin beschloss Mappus, vor zwei Wochen zum Nachfolger von Günther Oettinger (CDU) gewählt, eine weitere Änderung im Kabinett: Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) bekommt die Zuständigkeiten für Verkehr und Naturschutz hinzu. Bisher gehörte der Arbeitsbereich Verkehr zum Innenressort.

Der angeschlagene Finanzminister Willi Stächele (CDU) bleibt zumindest bis zur Landtagswahl im Frühjahr 2011 im Amt. Auch Sozialministerin Monika Stolz, Wissenschaftsminister Peter Frankenberg und Innenminister Heribert Rech (CDU) behalten ihre Posten. Wolfgang Reinhart (CDU) soll weiterhin für Bundesrat und Europa zuständig sein, gibt aber sein bisheriges Amt als Staatsminister an Rau ab. Die von den FDP-Politikern Ulrich Goll und Ernst Pfister besetzten Ressorts Justiz und Wirtschaft werden nicht verändert. Neuer Regierungssprecher soll der Journalist Stefan Diehl werden, der von der Bild-Zeitung in Hamburg kommt.