Die Bundesregierung hat den Ankauf brisanter Steuerdaten aus der Schweiz angedeutet. Man wolle sich auf der Linie der Liechtenstein-Affäre bewegen, sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums. Damit würde Finanzminister Wolfgang Schäuble seinem Vorgänger Peer Steinbrück folgen, der vor zwei Jahren zugestimmt hatte, dass der Bundesnachrichtendienst gestohlene Bankdaten aus Liechtenstein kauft.

Der Sprecher betonte, dass die Regierung weiter alles tun werde, um Steuerhinterziehung das Handwerk zu legen. Formal entscheide über den Ankauf der Daten zwar das zuständige Bundesland – in diesem Fall Nordrhein-Westfalen. Das Bundesministerium sei in die Entscheidung aber einbezogen.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem Steuer-Deal wohl zugestimmt. Eine Regierungssprecherin sagte, zu dem Fall habe die Kanzlerin mit Finanzminister Schäuble telefoniert. Sie unterstütze ihren Kabinettskollegen "in seinen Bemühungen".

Ein unbekannter Informant hatte den Steuerbehörden Bankdaten von bis zu 1500 deutschen Steuersündern mit Depots in der Schweiz angeboten. Der Informant will für die Liste Berichten zufolge 2,5 Millionen Euro.

In den vergangenen Tagen war heftig darüber diskutiert worden, ob das Finanzministerium die Daten trotz ihrer illegalen Beschaffung kaufen sollte.